Einer der größten Machtkämpfe zwischen Müttern und ihren Kindern findet …

von | Okt 30, 2019 | Achtsamkeit, Ganzheitliche Medizin, Kinder verstehen

Einer der größten Machtkämpfe zwischen Müttern und ihren Kindern findet am Esstisch statt. Mütter wollen oft nicht nur die Wahl der Nahrungsmittel, sondern auch ihre Menge oder gar das Benehmen am Esstisch kontrollieren.
 
KONTROLLE.
 
Ehrlich gesagt ist es kein Wunder, dass viele Erwachsene kein gesundes Verhältnis zum Essen haben: Frustessen, ungezügelter Appetit, Essen trotz fehlendem Hunger, ungesunde Nahrungsmittel, die nicht nur Körper sondern auch Psyche beeinflussen, zu viel essen, zu wenig essen, schlechtes Gewissen beim Essen, Essstörungen, erbrechen, Kalorien zählen.
 
Ich denke mit Entsetzen daran zurück, wie ich 2010 mein vier Monate altes Baby in den Maxi Cosi geschnallt habe, um es mit Karottenbrei zu füttern. Wie süß wir es fanden, dass sie alles wieder rausschob und nichts drinnen behielt. Von Beikostreifezeichen (das als Kinderärztin im 3. Ausbildungsjahr) hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nichts gehört.
 

Eigentlich sind zwei Dinge wichtig:

  1. Mütter: vertraut in eure Kinder.
  2. Was wollen eigentlich die Kinder?
 
Unsere Kinder werden mit einem gesunden Essverhalten geboren. Wenn wir sie nicht ständig kontrollieren, maßregeln (beim Essen oder durch das Essen), ihnen ungesunde Nahrungsmittel anbieten – und ihnen einfach eine gesunde Beziehung zum Essen vorleben anstatt sie durch Kontrolle zu einem unnatürlichen Essverhalten zu zwingen -, dann bleibt ihnen das gesunde Essverhalten erhalten.
 
Eine Prise Wissen (welches Essen ist gesund?), Selbstreflektion (wo hast du vielleicht Probleme mit dem Thema Essen) und eine gute und feinfühlige Bindungsbeziehung (was braucht mein Kind?) zum Kind sollten das Dilemma also lösen.
 

Ein Kind muss….

  1. niemals aufessen!
  2. nicht probieren, wenn es nicht möchte (Angst vor neuen Nahrungsmitteln ist normal!)
  3. sollte zum essen bestimmter Nahrungsmittel nicht bestochen/ erpresst werden.
  4. kein Broccoli mögen. Es ist für kleine Kinder nicht vorgesehen, dass sie bittere Nahrungsmittel mögen. Der bittere Geschmack ist das Signal für „giftig“! Diese unbewusste Verknüpfung ist ein Relikt der Steinzeit & nicht abtrainierbar.
  5. WICHTIG: Erschaffe eine JA-Umgebung zuhause: bietet reichhaltig gesunde Dinge (auch Nachspeisen) an, von denen es so viel essen kann wie es will. Je seltener Du nein sagen musst, desto weniger interessant ist das verbotene Nahrungsmittel für das Kind & unnötige Frustrationen bleiben aus. Kinder hören immer noch oft genug NEIN…
  6. Mach Deinem Kind niemals ein schlechtes Gewissen in Bezug auf Essen (das macht dick! Das ist schädlich! Selber schuld, wenn dir schlecht ist)!
  7. Erwarte nicht von Deinen kleinen Kindern, dass sie lange stillsitzen oder achtsam essen können. Achtsam essende Kinder wären früher verhungert & kleine Kinder können nicht lange still sitzen.
  8. Sobald Dein Kind merkt, dass Du sehr unentspannt mit dem Thema Essen umgehst, kann es zu Machtkämpfen auch von Seiten des Kindes kommen. Es kann regelrecht zum Druckmittel werden.
  9. Wenn Du eine Essstörung hast, hol dir Hilfe & lass Dich begleiten, damit Du diese nicht auf Dein Kind überträgst.
  10. Hör auf Deinem Kind vorzuschreiben wann es Hunger hat und wann nicht. Ihm sollte nicht antrainiert werden, sein eigenes Hungergefühl zu überhören.
  11. Sorge für eine gute Atmosphäre am Esstisch. Das fördert gute Assoziationen mit dem Essen & auch die Verdauung.
  12. Kalorienreiche Getränke unmittelbar vor dem Essen, reduzieren den Hunger & damit die durch das Kind aufgenommene Menge an Essen.
  13. Lasst kleine Kinder ihr Essen mit allen Sinnen (auch Matschen) erleben anstatt sie druckbetankt mit püriertem Brei abzufüllen. Man übergeht ihr Sättigungsgefühl & raubt ihnen tolle Erfahrungen!
  14. Süßigkeiten sollten niemals als Belohnung/ Bestrafung eingesetzt werden.
  15. Sag Deinem Kind niemals: iss nicht so viel, sonst wirst Du dick!
  16. Grenze Dein Kind nicht aus seinem sozialen Umfeld aus, indem es viele Dinge, die alle anderen essen dürfen, nicht essen darf.
  17. Bewerte Nahrungsmittel vor Deinem Kind nicht immer mit „das ist schlecht! Das ist ungesund! Das ist nicht gut“. Damit gehen möglicherweise später Schuldgefühle einher, wenn es sie dann doch mal zu sich nimmt. Sorge lieber für eine JA-Umgebung. Es sollte außerdem nicht so früh die Verantwortung für die „richtige“ Auswahl von Nahrungsmittel tragen. Lieber soll es sich durch Vorbild an gute Nahrungsmittel gewöhnen.
 

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Für dich und dein Kind, habe ich mich ausgebildet:

  • Ärztin, Familien- und Life-Coach
  • Gründerin von MAP-Family®
  • Europäisches Diplom für ganzheitliche Medizin
  • In Ausbildung zur Psychotherapeutin für Kinder- und Jugendliche
  • Lehrerin für achtsame Elternschaft mit Selbstmitgefühl
  • Expertin auf www.bindungsorientiert.com
  • diverse zusätzliche Qualifikationen