Heute bekommen wir wahrscheinlich eine schlechte Internetbewertung …

von | Nov 14, 2020 | Achtsamkeit, Erziehung/Beziehung, Liebe/Selbstliebe/Selbstmitgefühl, Verbundenheit

Liebe Mami!

Heute bekommen wir wahrscheinlich eine schlechte Internetbewertung. Die Mutter wird schreiben, dass mein Mann medizinisch inkompetent ist, respektlos war und sich vor ihrem 2-jährigen Kind unmöglich benommen hat. Ich bin mir auch sicher, dass sie wirklich glaubt, was sie da schreibt und auf ihrer Mission, uns schaden zu wollen, auf den ein oder anderen sehr überzeugend wirken wird. Das Ende vom Lied war, dass sie meinen Mann in Anwesenheit ihres Sohnes begonnen hat zu Duzen, ihm gesagt hat er solle sein „Maul halten“ und am Ende noch „fick dich“ hinterhergeschrien hat. Dass die Situation rein objektiv (ausreichend „Zeugen“ standen irritiert und sprachlos über dieses Verhalten dabei) nicht wirklich so ablief, wie sie sie dargestellt hat, ist jetzt mal nebensächlich.

Die emphatische Seite in mir, beobachtet ein solches Verhalten auf der Ebene des inneren Kindes und kann auch dem niveaulosesten Verhalten mit einer Haltung der Fürsorge begegnen. Stress und Glaubenssätze sind eine gefährliche Mischung: durch kleine Trigger können große Explosionen ausgelöst werden, die unüberschaubaren Schaden in der Umgebung anrichten können. Menschen, die dieser Explosion ausgesetzt sind, können kleine Schrammen, aber auch tiefe Wunden im Inneren erleiden.
 
Nun sind wir als Praxis (leider?) solche elterlichen Ausraster gewohnt und haben das zunehmend aggressive Verhalten der Eltern als Anlass genommen, an unserer Verbundenheit zu arbeiten. Wir sind innerlich darauf vorbereitet, geben einander Halt und sind durch unsere intensive innere Arbeit gestärkt.

Aber was ist mit den Kindern von Eltern, denen eine Realität vorgelebt wird, in der Menschen schlecht sind und die deshalb auch verdient haben, schlecht behandelt zu werden?

Die erwähnte Mama hat sich initial geärgert (und uns beschimpft und bedroht), weil sie 30 Minuten lang auf ihren Termin warten musste. Gleichzeitig saßen aber im Wartezimmer Mütter, die mit ihren Kindern schon seit einer Stunde warteten und ihren Kindern liebevoll und geduldig zu verstehen gaben: Schatz, das ist anstrengend, aber wir sind froh, dass wir einen Termin haben, schau, die Ärzte sind so gestresst, sie haben noch nichtmal gegessen, sie geben ihr bestes!
Diese Kinder waren auch gestresst, vom Warten, aber die Wahrnehmung der Eltern half ihnen, die Situation aus den Augen der Liebe zu sehen und Verbundenheit zu bewahren.

Unser Gehirn nimmt gerade mal 0.001% von allem was wir sehen bewusst auf. Unser Bewusstsein bekommt also gar nicht so viel mit, von dem was tatsächlich passiert. Das Gehirn filtert fleißig! Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch die gleichen 0,001% in jeder Sekunde aufnimmt, ist äußerst Gering, genau deshalb hat wirklich jeder eine eigene Realität.

Das ist wichtig zu wissen, denn wir als Eltern, tragen wesentlich dazu bei, wie der Filter gefärbt ist, durch den unsere Kinder sehen. Nicht nur durch die Glaubenssätze, die wir ihnen aufbürden, auch durch das Vorbild, das wir nunmal sind. Diese Mutter heute, hat mit Sicherheit immer Wunden mitgebracht, die ihre Wahrnehmung der Situation gefärbt haben. Dafür haben wir großes Verständnis und viel Mitgefühl. Was wir aber mittlerweile auch gelernt haben: wir dürfen Grenzen setzen und sie wahren, wenn unsere persönliche Integrität verletzt wird. Dann darf man sich von Familien verabschieden. Genauso, wie du dich von Menschen verabschieden darfst, die deine Integrität verletzen.

Empathie ist wichtig, das heißt aber nicht, das man alles mit sich machen lassen darf.

Deine Désirée

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  • Ärztin, Familien- und Life-Coach
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  • Europäisches Diplom für ganzheitliche Medizin
  • in Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin
    Ayurveda Psychologie
  • Lehrerin für achtsame Elternschaft mit Selbstmitgefühl
  • Expertin auf www.bindungsorientiert.com
  • diverse zusätzliche Qualifikationen

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