Wie gefährlich ist dein Kind für die Gesellschaft?

von | Mai 6, 2020 | Corona, Empfehlungen, Ganzheitliche Medizin, Notfall

Hallo liebe Mami!

Wie gefährlich sind eigentlich die Kinder für unsere Gesellschaft? Sind ihre ständig laufenden Nasen und ihre inkonsequente Hygiene der Grund für die rasche Ausbreitung der Epidemie? Welche Rolle spielen sie WIRKLICH? Müssen wir sie vielleicht sogar schützen?

Was für ein heikles Thema!

Kinder haben es in der deutschen Kultur ohnehin nicht leicht. Nun wird es ihnen noch schwerer gemacht:

Viele Menschen sehen in Kindern aktuell eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Ich bekomme immer wieder mit, wie Kinder (je kleiner, desto mehr) von fremden Menschen angeschrien, verachtend beäugt oder verängstigt (mit großzügigem Abstand) gemieden werden.

Die Wissenschaft steht zwar erst am Anfang, was das Sars-CoV-2 und die dadurch möglicherweise ausgelöste Covid19- Krankheit angeht, aber dennoch ist jeder Tag ein Schritt Richtung Klarheit.

Darüber möchte ich mit dir kurz sprechen:
  1. Kinder spielen eine zentrale Rolle (als ‚Virenschleuder‘) bei der jährlichen Grippe-Welle. Dies gilt als gesichert.
  2. Ob Kinder die Corona-Krise verschlimmern, das ist aktuell (so auch die WHO) unklar.

Die Datenlage zeigt zwar eindeutig, dass Kinder viel seltener krank werden als Erwachsene, es ist aber weiterhin unklar, ob sie sich auch seltener anstecken. Es gibt Forscher, die der Meinung sind, dass Kinder unter 10 sich tatsächlich seltener mit dem Virus anstecken, andere sind da noch eher zurückhaltend. Bisher scheint es sogar eher danach, als würden sich Kinder bei Erwachsenen anstecken und nicht umgekehrt. Interessant ist auch, dass es bisher keine Meldungen gibt von kranken Kindern, die andere Kinder angesteckt haben.

Nichtsdestotrotz, hat die Corona-Epidemie in vielen Menschen Angst ausgelöst.

Und Angst ist – besonders heutzutage – oft irrational. Bis es eindeutige Studien gibt, die ganz klar darstellen, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Sars-CoV-2 gibt, werden viele Menschen lieber einen weiten Bogen um die Kinder, vielleicht auch deines, machen.

Wie schützen wir unsere Kinder vor Menschen, die ihnen gegenüber momentan aggressiv und unfreundlich sind?

Ich finde es wichtig, dass du dir darüber Gedanken machst. Niemand hat das Recht, gemein zu deinen Kindern zu sein. Ich möchte solche Handlungen auf keinen Fall schön sprechen. Aber: wie du mit solchen Momenten oder allgemein mit unsicheren Menschen umgehst, das prägt auch das Bild, dass dein Kind später von Menschen hat.

 
Ich würde dir gerne folgenden Vorschlag machen!
  • Akzeptiere, dass manche Menschen Angst davor haben, an Corona zu erkranken.
  • Sie haben existenzielle Ängste, auf sie wirkt Corona lebensbedrohlich, für einige ist es sogar lebensgefährlich.
  • Es steht niemanden zu, das zu bewerten.
  • Ich glaube, dass insbesondere kleine Kinder für diese verunsicherten Menschen beunruhigend sind, weil kleine Kinder unberechenbar sind. Sie laufen hin, wo sie hinlaufen wollen. Sie fassen an, was sie anfassen wollen. Die Nase läuft und sie halten sich nicht konsequent an die Hygieneregeln (das kann man auch schlichtweg nicht erwarten von kleinen Kindern).
  • Ich glaube es ist also durchaus nachvollziehbar, dass Menschen, die Angst davor haben krank zu werden, vor allem vor kleinen Kindern Angst haben. Denk dran: immer wieder kursiert in den Medien, dass Kinder, wie bei der Grippe, eine große Rolle in der Verbreitung des neuen Virus spielen (Stichwort ‚Virenschleuder‘).
  • Diese Menschen stehen unter starkem Stress. Ihr Gehirn tritt in einen Stressmodus ein, der Autopilot geht an. Du kennst das sicher auch, vielleicht nicht aus dieser Situation, aber aus anderen Situationen. Wenn der Autopilot angeht, bist du nicht mehr ganz Chefin deines Verhaltens, du reagierst automatisch und nicht rational.
  • Die Angst dieser Menschen erkennt man z.B. an ihrer plötzlichen Wut oder ihrem (für dich) unverhältnismäßigen, aggressiven Ton gegenüber deinem Kind.  Es herrscht auf vielen Ebenen ihres Lebens (wie vermutlich auch in deinem) Unsicherheit und vielleicht können wir denjenigen entgegenkommen anstatt uns noch weiter gegen sie aufzubäumen.
  • Ich kann gut verstehen, dass du Angst (da ist sie wieder!) hast, dass dein Kind in einer sowieso nicht besonders kinderfreundlichen Gesellschaft, jetzt noch mehr als sonst, der Diskriminierung ausgesetzt wird, dass du Sorge hast, dass seine kleine Kinderseele verletzt wird. Ich kann verstehen, dass dein Beschützerinstinkt anspringt und du dich sofort zum Gegenschlag bereit machst, denn da erwacht natürlich die Löwin in dir!
  • Aber dieses ‚emotionale Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ – das bringt in dieser Situation einfach niemandem etwas: Es stresst dein Kind, es füttert deine Angst/Wut UND es macht deinem Gegenüber noch mehr Angst. Deine Re-Aggression bestätigt nämlich ihr Vorurteil: Kinder sind gefährlich und dürfen machen, was sie wollen, ich muss mich selbst schützen, denn das Kind denkt nicht an mich und seine Eltern ebenso wenig.
Bist du bereit für ein Experiment?

Versuche doch, um die ohnehin schon schwierigen Zeiten nicht noch schwieriger zu machen, das Prinzip ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ hinter dir zu lassen:

Reagiere auf die Wut und Aggression der anderen nicht auch mit Wut und Aggression, sondern mit Liebe und Mitgefühl. Versuch lieber bei dir zu bleiben, beschütze dein Kind durch deine innere Verbundenheit und bleib in Verbundenheit zu deinem Kind. Lasse dich nicht von dem Verhalten anderer aus deiner Mitte bringen!

Es geht auf gar keinen Fall darum, das Fehlverhalten anderer zu rechtfertigen oder Gefühle zu unterdrücken. Es geht darum achtsam zu sein. Es geht lediglich darum, dass du durch Wut und Aggression hier keine produktive Lösung findest. Es geht darum, den Teufelskreis der Angst zu unterbrechen und einander zu helfen, trotz der schwierigen Situation, entspannt zu bleiben. Es geht darum, in Verbundenheit miteinander zu leben, obwohl Social Distancing verlangt wird.

Ich möchte dir gerne zeigen, wie wir als Familie solche Situationen (zum Schutze unserer Kinder und zur Entspannung derer, die vor ihnen aktuell Angst haben) handhaben, vielleicht ist ja was für dich dabei:

  • Wir nehmen unsere Kinder so selten wie möglich z.B. zum Einkaufen mit (das sollen wir ja aktuell sowieso nicht)
  • Wir achten darauf, dass die beiden großen, wenn wir unterwegs sind, immer ihren Mundschutz bei sich tragen, um ihn schnell aufzuziehen, wenn uns jemand begegnet, gleichzeitig gehen sie rechtzeitig auf Abstand
  • Wir sind achtsam, man sieht manchmal am Blick der Leute, dass sie nervös werden, da ist es unsere Aufgabe, unsere Kinder darauf aufmerksam zu machen oder bei uns zu halten (z.B. Baby in der Trage)
  • Wir sprechen mit unseren Kindern darüber, dass manche Menschen Angst haben, angsteckt zu werden. Unsere Kinder mögen das zwar nicht ganz verstehen, aber die Sprache der Angst ist auch für Vorschulkinder schon gut verständlich: Mein 6-jähriger Sohn, er weiß, dass er erstmal Schreie loslässt, wenn eine Spinne ihm zu nahekommt. Er weiß auch, dass die Spinne ihm nichts tun kann, die Angst hat er trotzdem und das ist auch in Ordnung (ich hab auch Angst vor Spinnen, das ist auch in Ordnung, das weiß er auch). Er weiß auch, dass er eigentlich nicht schreien und laut werden müsste, aber er tut es trotzdem. Er kann dieses Verständnis seiner Situation sehr gut auf ältere Menschen anwenden, die ihn anschreien, wenn er ihnen zu nahekommt. Das jemand unverschämt zu ihm war, das kam bisher nur zweimal vor, er hat sich trotzdem erschrocken, schön war es auch nicht und in Ordnung war es genauso wenig, aber dieses Bild von der Spinne hilft ihm sehr, es nicht persönlich zu nehmen. Wir versuchen Verbundenheit mit Menschen durch das Verständnis für sie und ihre Situation vorzuleben. Manchmal heisst das, nicken und lächeln. Andere male heisst es, freundlich Grenzen aufzeigen und gehen.
  • Es gibt ja auch Gott sei Dank sehr viele feinfühlige und liebe Menschen, die auch freundlich auf Abstand gehen.

Ich hoffe, dass du dir aus diesem Beitrag etwas für deinen eigenen, neuen und ungewöhnlichen Alltag mit deinem Kind mitnehmen kannst und ich hoffe, dass dein Kind vielen liebevollen Menschen begegnet. Denn auch wenn es immer wieder heißt, die Kinder seien der Motor der Epidemie, ist doch die Frage, wer eigentlich wem schadet. Denn sowohl die Politik als auch unsere Mitmenschen, haben bisher wenig Raum für die Bedürfnisse und Eigenheiten unserer Kinder geschaffen.

Deine Dr. Mami

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Ich bin Dr. Mami

Für dich und dein Kind, habe ich mich ausgebildet:

  • Ärztin, Familien- und Life-Coach
  • Gründerin von MAP-Family®
  • Europäisches Diplom für ganzheitliche Medizin
  • in Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin
    Ayurveda Psychologie
  • Lehrerin für achtsame Elternschaft mit Selbstmitgefühl
  • Expertin auf www.bindungsorientiert.com
  • diverse zusätzliche Qualifikationen

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