Durchfall im Kindesalter

Durchfall im Kindesalter

Durchfall im Kindesalter

Liebe Mami!

Durchfall – jeder Mutter bekannt und doch gibt es zu viel Unwissen dazu. Ich möchte diesen Beitrag nutzen, um die häufigsten Mißverständnisse zum Thema Durchfall aus dem Weg zu räumen.

Du wirst lernen,

  • was Durchfall ist.
  • wie lange Durchfall dauert.
  • ob Durchfall gefährlich ist.
  • welche Klinische Anzeichen zeigen, dass dein Kind unter Flüssigkeitsmangel leidet.
  • welche Ursachen Durchfall haben kann.
  • wie du Durchfall deines Kindes vorbeugen kannst.
  • was du tun kannst, wenn dein Kind Durchfall hat.
  • wann du zum Arzt gehen solltest, wenn dein Kind Durchfall hat!
  • Anhang: 10 Fakten zum Thema Durchfall im Kindesalter

Was ist Durchfall?

Bei einem sonst gesunden Kind ist plötzlich auftretender weicher-wässriger Stuhl in den allermeisten Fällen Folge einer Magen-Darm-Erkrankung (Gastroenteritis), meist durch Viren verursacht (häufig: Adenoviren, Rotaviren, Norovirus). Manchmal sind aber auch Bakterien Auslöser (z.B. Salmonellen), die in verunreinigten Lebensmitteln vorkommen können. Durch diesen infektiösen Befall kommt es zu einem Angriff der Darmschleimhaut. Da die betroffene Darmschleimhaut nicht mehr ‘gut funktioniert’ passieren folgende Dinge:

  • Wasser wird nicht mehr gut aus dem Darm in den Körper zurückgenommen
  • Verschiedene Salze (Elektrolyte) aus dem Speisebrei werden ebenfalls nicht richtig von der Darmschleimhaut aufgenommen.
  • In schlimmen Fällen kann infolge dessen der Körper austrocknen und unter einem ‘Salzmangel’ leiden.

Wie lange dauert der Durchfall?

Durchfall im Rahmen von Infektionen dauern meist 1-7 Tage lang (Die Erreger können aber noch Wochenlang im Stuhl ausgeschieden werden, auch wenn der Durchfall vorbei ist). Manchmal ist die Entzündung im Darm aber so ausgeprägt, dass, obwohl die Erreger weg sind, der Durchfall noch länger andauert – bis sich die Darmschleimhaut erholt hat. Diese „postenteritische Phase“ kann nochmal einige Wochen dauern.

Falls der Durchfall nicht infektiös bedingt ist (z.B. bei einer Allergie), sieht das ganze Beschwerdebild nochmal etwas anders aus. Hier helfen weiterführende Fragen des Kinderarztes.

Ist Durchfall gefährlich?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Wenn wir von „gefährlich“ reden, meinen wir in der Regel das „Austrocknen“ (Dehydratation).

Es hängt davon ab,

  • wie ausgeprägt der Durchfall ist (manche Kinder haben 4 Weiche Stühle am Tag, andere 20 ganz flüssige)
  • ob das Kind gleichzeitig hoch fiebert (weiterer Flüssigkeitsverlust)
  • wieviel das Kind noch trinkt (manche fangen den Flüssigkeitsverlust durch vermehrtes Trinken gut auf, andere trinken gar nichts mehr und „füllen“ sich praktisch nicht mehr auf)
  • ob zusätzlich zum Durchfall Erbrechen auftritt und wie oft (weiterer Flüssigkeitsverlust)
  • wie alt das Kind ist (unter 2 Jahre alt: am stärksten gefährdet)

 Kleine Kinder, die starken Durchfall haben und/oder heftig erbrechen, können innerhalb weniger Stunden austrocknen!

Woran erkennst du, ob dein Kind ausgetrocknet ist?

  • Schläfrigkeit, Zunehmende Bewusstseinseintrübung
  • Gewichtsverlust
  • Babys: schwacher Saugreflex, eingefallene Fontanelle
  • stehende Hautfalten (normale Flüssigkeitseinlagerung in der Haut sind reduziert)
  • trockenes Weinen (keine Tränenproduktion mehr)
  • trockene Windel (keine Urinproduktion mehr)
  • dunkler, konzentrierter Urin
  • seltener Lidschlag
  • trockene Lippen, weißlich belegte, trockene Zunge

 –> Wenn eines oder mehrere hiervon auf dein Kind zutreffen, solltest du dein Kind sofort von deinem Kinderarzt anschauen lassen. Wenn dieser nicht anzutreffen ist, ist das auch ein Grund in die Notaufnahme zu fahren.

Was du tun kannst, um zu verhindern, dass dein Kind Durchfall bekommt:

  1. In den ersten Lebensmonaten schützt Stillen (auch teilweisese Stillen) sowie die Rotavirusimpfung
  2. Vermeiden von Infektionen durch Lebensmittel (z.B. Flaschenmilch nur frisch zubereiten, Fleisch und Eier gut durchbraten, Lebensmittel bis zur Zubereitung kühl lagern, verschiedene Schneidebretter für Gemüse und Fleisch nutzen, nach Zubereitung alle benutzten Unterlagen und Küchengeräte sowie Hände gut reinigen)
  3. Schutz vor Keimen (bei Erkrankten im Umfeld aber auch ohne Hinweise sinnvoll): Eigene Handtücher nutzen, benutzte Dinge (Handtuch, Bettäwsche, Waschlappen) bei mindestens 60°C waschen, Gegenstände wie Toilettensitz, Türklingen und Lichtschalter (alles was Erkrankte in die „Hände bekommen“) desinfizieren, nach jedem Toilettengang, Wickeln oder Zubereiten von Spiesen gründlich Händewaschen.

Was du tun kannst, wenn dein Kind Durchfall hat:

Am wichtigsten ist es, die verlorene Menge an Flüssigkeit und Blutsalzen (Elektrolyte) wieder zu ersetzen, weil Organe und Stoffwechselfunktionen sowie Gehirnfunktionen sonst beeinträchtigt werden können. Dafür braucht es die richtige Elektroly-Glukose-Mischung! Sie muss immer GENAU nach der Gebrauchsanleitung zubereitet werden, ein falscher Verdünnungsgrad kann lebensgefährlich für das Kind sein!

Am Ende des Posts findest du das Dokument „Trinklösung Know-How“ zum herunterladen. Dort findest du weitere Informationen darüber

Das gestillte Kind oder das Baby, das Flaschenmilch bekommt, darf seine Nahrung nach Bedarf weiter einnehmen.

Wenn das Kind wieder „rehydriert“ ist (d.h. Flüssigkeit aufgefüllt wurde), dann darf es wieder die gewohnte Nahrung zu sich nehmen! Gut verdaulich sind stärkehaltige Produkte wie Nudeln, Breie, Kartoffeln, Zwieback oder Brot. Fett ist erlaubt. Verzichten sollte man in den ersten Tagen auf stark gezuckerte Nahrungsmittel und Getränke (Süssigkeiten, Softdrinks z.B.)

Wann du unbedingt zum Arzt gehen solltest, wenn dein Kind Durchfall hat:

  • Kind hat sehr hohes Fieber (über 39.5°C)
  • Kind leidet an unstillbarem Erbrechen
  • Kind verweigert Trinklösung und zeigt Dehydratationszeichen (siehe oben)
  • Zustand des Kindes wird immer schlechter, trotz Gabe der Trinklösung
  • Wenn du Angst hast oder unsicher bist
  • Wenn dein Kind Vorerkrankungen hat (Darm, Niere, Stoffwechsel)
  • Wenn Dein Kind noch unter 7 Monate alt ist (bei Frühgeborenen am errechneten Geburtstermin orientieren!), oder unter 8kg Körpergewicht
  • Bei blutigen Durchfällen (nicht nur einzelne Blutfäden)
  • Kind trübt vom Allgemeinzustand ein, oder ist gereizt, schreit schrill, Baby trinkt nicht mehr

So – das war jetzt keine Schonkost, das war ganz schön viel!

Hast du noch Fragen hierzu?

Deine Désirée

Anmerkung: Dieser Beiträg ersetzt nicht den Arztbesuch bei gesundheitlichen Beschwerden. Er dient nur der reinen Information!

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Liebe Mami!

Letzte Woche haben wir darüber gesprochen, dass es gesund für dein Kind ist, viel zu lachen und viel Freude erleben zu dürfen. Diese Woche möchte ich dir noch einmal einen anderen Blickwinkel auf das Thema „Lachen und Gesundheit“ geben (wieder eine Möglichkeit zu zeigen, das jedes Thema ganzheitlich betrachtet werden kann!):

LACHEN an und für sich muss nicht immer Folge von Erfüllung und Freude sein – es kann auch ein Symptom schwerwiegender Krankheiten sein!

  1. Lachanfälle
    Es handelt sich um die „gelastische Epilepsien“, sie kommen selten vor und verlaufen meist sehr schwer. Es kommt zu plötzlich auftretendem, grund- und emotionslosem Lachen beziehungsweise Kichern, Diese Anfälle beginnen meist im frühen Kindesalter, sprechen nicht auf Medikamente an und führen zu Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung und Verhaltensstörungen. Sie treten beispielsweise bei Kindern mit Hirntumoren am Hyptothalamus auf.
  1. Pathologisches Lachen
    Menschen, die darunter leiden, MÜSSEN lachen, obwohl ihnen gar nicht danach zumute ist. Sie werden von ihrem eigenen Lachen überrumpelt und lachen in voller Intensität. Der Anteil des Gehirns, der für den motorischen Anteil des Lachens (Gesichtsausdruck, Arbeit der Atemhilfsmuskulatur usw.) zuständig ist, hat einen irreperablen Schaden erlitten, etwa durch einen Schlaganfall.
  1. Das Angelman-Syndrom
    Das Angelman-Syndrom (AS) entsteht durch einen Gendefekt (Chromosom 15). Betroffene Kinder sind bei der Geburt meist unauffällig, im Säuglings- und Kleinkindalter fallen dann körperliche und geistige Entwicklungsstörungen auf: Sprachentwicklungsstörungen, motorische Unsicherheit und ein fröhlicher Gesichtsausdruck sind die auffälligsten Symptome des AS. Außerdem können vorkommen: starkes Sabbern, hyperaktives Verhalten, verringerte Intelligenz, manchmal helle Haut/Augen aufgrund verminderter Pigmentierung, Schielen.

Was du tun solltest, wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind an einer der oben genannten Krankheiten leidet

  • Mach auf alle Fälle zeitnah einen Termin beim Kinderarzt aus und lasse dein Kind untersuchen!
  • Im ersten und im zweiten Fall wird der Kindararzt dein Kind auch von einem Neuropädiater untersuchen lassen. Zur Diagnosestellung wird unter anderem ein EEG (Hirnstromableitung) und eine Bildgebung vom Kopf gemacht. Im Anschluß muss das weiter Prozedere besprochen werden!
  • Im letzten Fall wird der Arzt bei sich erhärtendem Verdacht dein Kind gemeinsam mit verschiedenen Disziplinen (z.B. Logopäden, Neuropädiater, Sozialpädiatrisches Zentrum) behandeln, um dein Kind in den kommenden Jahren gut begleiten zu können!

Hast du das alles schonmal gehört?

Deine Désirée

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