Achtsamkeit – deine Ruheinsel in stürmigen Zeiten

Achtsamkeit – deine Ruheinsel in stürmigen Zeiten

Achtsamkeit – deine Ruheinsel in stürmigen Zeiten

Liebe Mami!

wie du weißt, ist sie eines meiner großen Herzensthemen, die Achtsamkeit.

(Falls du das lieber hören willst, klicke hier)

Manchmal habe ich das Gefühl, dass jeder meint ‚so eine Ahnung‘ davon zu haben, was Achtsamkeit ist und doch die wenigsten sich die Zeit nehmen, sie wirklich bewusst zu erfahren. Der eine ahnt, dass es was mit dem Buddhismus zu tun hat, der nächste ahnt, dass Achtsamkeit ‚nur‘ so ein Hype der Moderne ist. Wiederum ein anderer meint, dass man durch Achtsamkeit der Gleichgültigkeit zum Opfer fällt, sie einen zu einem spirituellen Zombie macht und die meisten denken, Achtsamkeit hat irgendwas mit Entspannung zu tun.

 

Was ist Achtsamkeit eigentlich?

Eigentlich ist sie eine Erfahrung. Eine besondere Erfahrung des HIER UND JETZT. Gleichzeitig ist sie ein Lehrer. Achtsamkeit lehrt, wie man die Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment lenkt, sowohl für angenehme als auch für unangenehme Erfahrungen und Situationen. Achtsamkeit zeigt und lehrt uns zu akzeptieren, dass nichts dauerhaft ist, dass alle Ereignisse, Erfahrungen und Situationen kommen und gehen.

Durch Achtsamkeit, wird der Drang, festzuhalten oder zu versuchen, Dinge zu ändern, geringer. Sich einem Moment achtsam zu nähern heißt, dass man von eigenen Erwartungen loslässt. Loslassen macht frei. Stell dir mal vor, du könntest all das, was dich belastet, in diesem Moment, einfach mal loslassen. Die Ruhe in dir mal wieder wahrnehmen.

Und genau das ist der heilsame Kern der Achtsamkeit: Achtsamkeit verfolgt kein Ziel.

Sie verfolgt weder das Ziel der Entspannung, noch das der Gedankenlosigkeit. Achtsam zu sein bedeutet, offen für den Moment zu sein. Um offen für den Moment zu sein, darf man die Bereitschaft haben, die Gedanken, die einen ja doch so oft daran hindern, den Moment überhaupt wahrzunehmen, ziehen zu lassen. Achtsamkeit bedeutet wahrzunehmen, wie ruhig das Meer unter all den Wellen ist.

Durch Achtsamkeit zaubern wir nicht die Wellen (Ängste z.B.) weg, wir tun auch nicht so, als wären sie nicht da. Wir fokussieren einfach auf das, was wir wahrnehmen, wenn wir unsere Gedanken und Gefühle nicht festhalten, sondern loslassen. Dann entsteht nämlich ein Raum. Eine Pause. Man sieht ihn immer klarer, je geübter man ist.

Dieser Raum liegt jenseits von Bewertungen.

 

Was sind Bewertungen?

Der Mensch ist dafür gemacht, ständig alles zu bewerten und kategorisieren. Das hilft ihm im Endeffekt, sicher von unsicher zu entscheiden und sein Überleben zu garantieren. Wir bewerten ständig: ist uns jemand sympathisch? Benimmt sich ein Kind richtig? War der Mathetest schwer? Fühlen wir uns wohl, wenn es regnet?

Ich möchte mit dir ein Beispiel durchgehen. Es wird dir zeigen, dass wir vielleicht auf bestimmte Situation keinen Einfluss haben (wie jetzt die Corona-Krise) – aber das wir doch einen Einfluss darauf haben, wie wir eine Situtation interpretieren und damit ERLEBEN.

 
Dein Zug hat Verspätung.

Du kannst schlichtweg nichts daran ändern. Die Situation ist, wie sie ist. Du bewertest es allerdings negativ, du reagierst darauf mit Stress. Wenn du es nun schaffst, eine Haltung der Akzeptanz einzunehmen, deine Frustrationsgefühle zu akzeptieren, heisst das nicht, dass du es toll findest, dass der Zug zu spät kommt (weil du vielleicht ein wichtiges Interview hast!), du kannst, wenn es Sinn macht, immer noch eine Beschwerde einreichen und dein Geld zurückverlangen. Dennoch kannst du dich dazu entschieden, deine Gefühle in Bezug auf den verspäteten Zug anzunehmen, um dabei vielleicht den Raum hinter den Gefühlen zu erkennen und vielleicht denkst du dir ja sogar ‘ok, ich kann jetzt sowieso nichts dran ändern, ich mache mal die Achtsamkeitsübung, die ich mir heute vorgenommen habe, nachher wird es schwer, sie durchzuführen, weil die Kinder dann auf meinem Schoss rumhüpfen!’.

 
 

Was Achtsamkeit heutzutage besonders wertvoll macht?

Die Corona-Krise hat bei vielen Menschen Stress ausgelöst. Eigentlich ist es gar nicht das Coronavirus. Die Bewertung als ‚Krise‘ entsteht dadurch, dass der Mensch sein Leben, das vielleicht nicht Coronatauglich ist, bedroht sieht. Wie stark sich jemand durch das Virus (und seine Folgen) bedroht fühlt, bestimmt im Endeffekt, wie stark es sich für diejenige Person als Krise anfühlt.

Hier siehst du nochmal, dass vor allem die BEWERTUNG einer Situation, die Situation so schwierig macht. Ich will an dieser Stelle niemandem seine Gefühle absprechen. Es ist alles in Ordnung, was du fühlst! Du musst auch nicht fröhlich tanzend durch deinen ruinierten Alltag hüpfen. Du musst gar nichts. Du kannst – WENN es sich stimmig für dich anfühlt.

Viele Menschen haben jetzt existenzielle Ängste: sie wissen nicht, wie es finanziell weiter geht, sie machen sich Sorgen um ihre Gesundheit oder um die Gesundheit ihrer Liebsten. Die Einschränkungen, die nach der Corona-Krise ausgesprochen worden sind (Lockdown, Schulschluss etc.) zwingt Familien in eine dauerhafte Nähe mit ganz neuen Routinen.

Das Zusammenleben ist manchmal anstrengend. Die Konflikte, der fehlende Ausgleich, die Lautstärke, die Unordnung, die fehlende Befriedigung durch den Beruf, die fehlenden Kontakte mit Freunden – all das ist wahnsinnig anstrengend. Das Hier und Jetzt scheint es manchmal nicht gut mit einem zu meinen.

Und hier lohnt es sich, nochmal hinzusehen: Ist das Problem wirklich das Hier und Jetzt? Vielmehr ist es unsere Bewertung des Hier und Jetzt. Wir bewerten sie mit Angst, mit Sorge, mit Stress usw. Gleichzeitig sind wir aktuell meistens sowieso gedanklich in der Zukunft. Wir würden so gerne planen, wir würden gerne wissen, wie es weiter geht, wir Menschen haben von Natur aus, das Bedürfnis, Dinge unter Kontrolle zu haben. Bis zu einem gewissen Grad, ist es normal, dass das Kontrollbedürfnis befriedigt werden muss, denn Kontrolle gibt uns Sicherheit.

Momentan haben wir Eltern vieles, außer die Kontrolle über das, was morgen oder übermorgen oder in den nächsten Wochen passiert.

Was wir aber durchaus haben, ist die Kontrolle über das Hier und Jetzt. Wir können uns immer wieder dazu entscheiden, zumindest zu versuchen, den ganzen Ballast abzuwerfen, den wir gerade schultern.

 
 
Ich möchte nur betonen, dass zwei Menschen in gleichen, auch ausweglos erscheinenden Situationen, ganz verschieden reagieren können, und wie, das hängt von ihrer Bewertung der Situation ab!
Achtsamkeit ist dein Freund, dein Helfer.
 

Mit ihr tauchst du immer wieder ab in das Hier und Jetzt. Weg von den Lastern der Vergangenheit, geschützt von den Sorgen über die Zukunft. Im Hier und Jetzt, im gegenwärtigen Moment, ist alles einfach so, wie es ist. Achtsamkeit ist wie eine warme Umarmung – du kennst sie doch sicher, die Geborgenheit die sich ausbreitet, wenn jemand, den du liebst, dich in den Arm nimmt oder mit den Fingerspitzen über deine Haut krault.

Du kennst aber noch viel mehr achtsame Momente, in denen du einfach den Zauber des Momentes wahrnimmst, ohne dich vom Sturm deiner Gedanken (obwohl es vielleicht Probleme aktuell gibt) ablenken zu lassen:

  • Der Moment, in dem du dein schlafendes Kind beobachtest
  • Der Moment im Wald, wenn du endlich abschaltest und über deine Sinne wahrnimmst, wo du jetzt und hier gerade bist, bemerkst, wie schön das Zwitschern der Vögel ist oder das Lau bunter deinen Füßen raschelt
  • Der Moment am Meer, wenn du den Sand unter den Füßen, zwischen den Zehen fühlst, das Wellenrauschen hörst, den Wind auf der Haut spürst und das Salzwasser riechst und schmeckst.
 

Achtsamkeit ist flexibel

Achtsam zu sein heißt nicht, dass du in einer unbequemen Situation über eine Stunde ausharren muss, während du verzweifelt versuchst, einen Zustand von Gedankenlosigkeit (oder was man sonst mit ‚Meditation‘ verbindet) zu erreichen. Im Grunde kannst du achtsam sein, wie du willst und wann du es willst.

 

 

Achtsam sein, heißt loslassen

Durch Achtsamkeit erlebst du den gegenwärtigen Moment, so wie er ist. Du hast weniger Anforderungen an diesen Moment und so verringert sich die innere Anspannung durch einen inneren Konflikt. Einem Moment achtsam zu begegnen, bezieht sich vielmehr darauf, die Idee loszulassen, dass der aktuelle Moment oder die Zukunft, etwas BESTIMMTES SEIN muss.

Das kann momentan sehr heilsam sein.
 

Du BIST nicht dein Gefühl. Du kannst es beobachten, wenn du es akzeptierst, denn: Akzeptanz und Achtsamkeit gehen Hand in Hand.

Jedes Gefühl und jeder Gedanke dürfen da sein, schließlich sind die Gedanken und Gefühle sowieso da. Achtsamkeit lehrt dich, nicht mit deinen Gefühlen oder Gedanken zu kämpfen. Akzeptanz ist ein zentrales Konzept der Achtsamkeit. Sie ermöglicht es dir, deine Gedanken und Gefühle zuzulassen und nicht mit ihnen in den Krieg zu ziehen. Indem du deinen Kampf gegen deine Gefühle und Gedanken aufgibst, sparst du nicht nur Energie, sondern erlebst auch den natürlichen Verlauf von Emotionen und Gefühlen und NUR DAS ermöglicht dir zu erfahren, dass Gefühle und Gedanken von selbst verschwinden. Sie gehen von selbst vorbei. Wenn du sie akzeptierst und ihnen erlaubst, ihren natürlichen Kurs einzuschlagen, stellst du fest, dass die Gefühle und Emotionen weniger intensiv werden und sie möglicherweise sogar schneller verschwinden, als wenn du sie bekämpfst. Du wirst damit ein Beobachter des Gefühls und BIST nicht mehr das Gefühl. Es ist wichtig, diesen Unterschied zu machen, denn DU BIST NICHT DEIN GEFÜHL!

Widerstand ist zwecklos

Untersuchungen zeigen, dass Widerstand und Kampf gegen eigene Gefühle und Gedanken, Konsequenzen haben. Es kommt vor, dass der aktive Versuch, eine Erfahrung zu verringern oder zu kontrollieren, Energie erfordert. Wenn wir beispielsweise versuchen, eine Emotion nicht durch Unterdrückung zu erfahren, führt dies zu einem Energieverlust (Baumeister, Bratslavsky, Muraven & Tice, 1998). Der Nacheffekt ist, dass das Gefühl nicht verschwindet, sondern immer wieder ausgelöst wird. Solange wir einem bestimmten Gefühl widerstehen, wird es weiter existieren. Etwas, mit dem man zu kämpfen hat, kann nur existieren, wenn jemand da ist, der damit zu kämpfen hat. Durch ständiges Be-Kämpfen der eigenen Gefühle/Gedanken/einer Situation bleibt der Konflikt erhalten!

Wenn du versuchst, dir KEINEN rosa Elefanten vorzustellen, dann stellst du dir den rosa Elefant vor.

Indem du auf das fokussierst, was du nicht willst, erschaffst du genau das, was du nicht willst!

Achtsamkeit mit Kindern:

Wir als Familie lieben es, Achtsamkeit mit unseren 3 Kindern zu leben. Wir sprechen mit ihnen aktuell noch nicht über das Konzept der Achtsamkeit. Wir unterstützen sie dabei, Achtsamkeit zu erleben ohne sie ständig durch theoretische Gespräche vom Fühlen ins Grübeln zu katapultieren. Das ist ja genau das Problem von uns Erwachsenen, dass wir gar nicht ins Erleben kommen, weil unser Intellekt ständig aktiv ist.

Wie leben wir Achtsamkeit mit unseren Kindern?

  • Wir achten darauf, dass wir ihre achtsamen Momente nicht stören. (Dieser Blogbeitrag gefällt dir vielleicht: Lass dein Kind einfach mal in Ruhe)
  • Wir machen Achtsamkeitsübungen für Kinder mit ihnen, wir haben mit ihnen Achtsamkeit in den Alltag etabliert, es ist Teil ihrer Routine, Teil ihrer Gewohnheit, so erhoffen wir uns natürlich, dass sie das auch später beibehalten und ein Werkzeug, eine Ruheinsel haben, auf die sie zurückgreifen können!
  • Wir leben es vor: wir üben uns selbst in Achtsamkeit und sie sehen uns manchmal dabei, sie haben also eine Assoziation zwischen uns und meditativen Übungen. Ganz pauschal gesagt, kannst du von deinem Kind hauptsächlich nur ‘Verhalten’ das erwarten, was du ihm auch selbst vorlebst.
Weiter oben habe ich dir gesagt:

‚Sich einem Moment achtsam zu nähern heißt, dass man von eigenen Erwartungen loslässt. Loslassen macht frei.‘

Das ist nicht nur für dich wichtig, es ist auch für dein Kind wichtig, denn viele Konflikte zwischen dir und deinem Kind beruhen auf der Tatsache, dass du deinem Kind DEINE Erwartungen davon, wie etwas zu sein hat, überstülpst. Ein achtsamer Umgang von Eltern mit ihrem Kind, ist also auch wichtig, damit ein Kind sich SELBST erleben und entwickeln kann!

Wow!

Das war jetzt ganz schön viel, ich hoffe es hat dich bis zum Ende gefesselt!

Morgen werden wir, was das Thema Achtsamkeit angeht, noch ein bisschen in die Selbsterfahrung gehen! Ich bin schon sehr gespannt, was du dabei erlebst!

Melde dich gerne hier für meinen Newsletter an, dann bekommst du die Übung per E-Mail zugeschickt!

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Mit Kindern über den Tod sprechen

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Hallo liebe Mami!

Menschen sterben. Nicht nur an Corona. Tausende Menschen (von ungeborenen Babies bis uralten Menschen) sterben JETZT in dieser Sekunde aus undenkbar vielen Gründen.
Das Thema Tod wird auch dein Kind irgendwann beschäftigen. Vielleicht hat es was im Radio aufgeschnappt, im TV darüber gesehen, von Freunden davon gehört oder „es passierte“ einer Person, die ihr kanntet oder die euch sogar nahe stand. Womöglich ist die erste Konfrontation zwischen dem Thema Tod und deinem Kind aber die tote Fliege auf dem Esstisch oder eine tote Maus, die Nachbars Katze vorbei gebracht hat.
Dem Thema Tod begegnen Kinder genau so offen, wie dem Thema Pizza, Gott oder Sex. Unser Umgang damit als Eltern, gute Gespräche, ehrliche Gefühle und Offenheit sind wichtig, um Kinder vor traumatischen Erfahrungen zu schützen. Das was ihnen Angst macht, ist das was auch vielen Eltern momentan Angst macht: die Angst vor dem nicht-begreifbaren. Die Angst davor, dass jemand wichtige Information geheim halten könnte.
 
Trauer muss nicht heimlich sein. Die Kinder dürfen durch den Trauer- Prozess mitgenommen werden und mitbekommen: der Schmerz geht vorbei. Der Tod ist Teil des Lebens und damit etwas, worüber wir mit unseren Kindern reden dürfen und müssen.
Kinder spüren, wenn etwas im Argen liegt. Viele Eltern denken, man beschützt sie, indem man diese Emotionen von ihnen fernhält. In Wirklichkeit ist es aber so: man belastet sie, denn sie spüren, dass irgendwas nicht stimmt aber es ist sie können es nicht „fassen“.
Liebe und Verbundenheit mögen zwar am schönsten für uns sein, wenn wir jemand, den wir lieben, auch in unseren Armen halten und fühlen können. Liebe und Verbundenheit können aber auch gefühlt werden, wenn wir uns erinnern dürfen an einen geliebten Menschen. Dabei können wir die Wärme im Herzen wahrnehmen, die Wärme, die sich ausbreitet: sie ist eine heilsame Umarmung von innen. Man kann gemeinsam über schöne Zeiten lachen, man kann sich Fotos anschauen, einander Geschichten erzählen oder sogar Bilder malen. Ganz wichtig ist, dass wir Erwachsenen unsere Gefühle auch selbst ausdrücken (das wäre vorbildlich und zeigt Kindern „ich bin gut, wie ich bin, auch wenn ich weine oder wütend bin“).
 
Sehr wichtig ist auch, dass wir Gefühle und Empfindungen benennen. Gefühlen und Empfindungen einen Namen zu geben, hilft bei ihrer Verarbeitung. Kinder haben für viele Gefühle und Empfindungen noch keine Sprache und ihnen Worte zu schenken heißt, ihnen zu helfen sich ihres Innenlebens bewusst zu werden, die Energien zu fühlen, auszuleben und verarbeiten zu können.
 
Was löst das Thema Tod in dir aus?
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Es reicht nicht, dein Kind zu lieben. Es muss sich geliebt fühlen!

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Hallo liebe Mami!

Die große Kunst der Mutterschaft ist es, sein Kind so zu lieben, dass es sich auch geliebt fühlt.
So einfach wie es klingt, ist das aber nicht immer, denn dein Kind ist ein eigener Mensch, mit eigenen Erfahrungen, eigenen Bedürfnissen, es hat einen eigenen Blick auf Dinge, es hat eigene Wunden, wie auch du.
Du bist keine schlechte Mutter, wenn du dein Kind nicht immer „lesen“ kannst. Die meisten Menschen kennen sich selbst nicht einmal richtig, wie verrückt wäre es dann zu erwarten, dass man einen anderen Mensch durch und durch erfassen kann?
Was bedeutet das?
Mutter und Kind sprechen manchmal verschiedene Sprachen:
Du benutzt Worte, die dein Kind nicht versteht. Du verschickst Signale, die dein Kind misinterpretiert.
Es wird ab und zu vorkommen, dass es verletzt wird, obwohl du es beschützen willst.
Es wird auch mal so sein, dass es sich ungeliebt fühlt, obwohl du dein Leben für dein Kind hergeben würdest.
Und es wird sich auch mal ungerecht behandelt fühlen, obwohl du nur eins aus tiefsten Herzen willst: sein seelisches Wohl.
Bei diesem Liebestanz, steigt ihr euch mal auf die Füße, dann findet ihr euren Rhythmus wieder und tanzt weiter. Ihr übt, ihr werdet besser. Ihr verschmelzt zu zwei Individuen in einer magischen Beziehung.
Behütet, von dir begleitet, lernt es, dass es das Gefühl von Ungerechtigkeit gibt, aber auch Versöhnung und Vergebung. Es lernt, wie es ist, wenn man sich ungeliebt fühlt, aber auch, dass man doch nie alleine ist. Es lernt, wie das ist, wenn man sich missverstanden fühlt, aber es lernt auch, dass man einander näher kommen kann, wenn man die richtigen Signale/Worte findet.
Wenn dein Kind sich von dir geliebt fühlen soll, dann musst du seine Sprache sprechen. Du darfst dich aber auch mal versprechen, denn dafür schafft eine gute Bindung Raum.
 

Meine Tipps für dich:
    1. Lass dein Kind aussprechen und schau es dabei an (Achtung Handy).
    2. Nimm die Gefühle deines Kindes ernst und werte sie nie ab. Es hat eine eigene Wahrnehmung und die ist genau so viel wert wie deine.
    3. Vertraue darin, dass dein Kind am besten weiß, was ihm gut tut.
    4. Vorsicht mit Kritik! Sprich respektvoll mit ihm/ihr und denk dran, wie du mit deinem Kind sprichst, beeinflusst sein Selbstwertgefühl!
    5. Schaffe bitte eine Ja-Umgebung. Egal ob es um Essen, Spielsachen oder Klamotten geht. Es bekommt noch genug Nein zu hören.
    6. Sprich nicht schlecht über dein Kind mit anderen, während es dir zuhört. Es kann erniedrigend und bloßstellend sein. Außerdem ist es respektlos.
    7. Nimm dir Zeit für ungeteilte Aufmerksamkeit. Du signalisierst damit: Ich liebe es Zeit mir dir zu verbringen und du bist es mir wert, dass ich mir Zeit nehme.
    8. Lobe es nur, wenn es von Herzen kommt und sag nicht ständig “toll” obwohl du gar nicht mitbekommen hast, worum es geht. Lob kann abhängig machen nach Anerkennung.
    9. Wenn dein Kind “Mist gebaut hat” ist der beste Zeitpunkt um zu beweisen, wie “bedingungslos” deine Liebe und wie gut eure Beziehung ist.

Hier bekommst du die 9 genannten Tipps auch als Poster zum ausdrucken!

Welche Situationen kennst du, in denen du etwas Gutes für dein Kind tun willst, aber es kommt vielleicht nicht so gut bei deinem Kind an?

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Lass dein Kind in Ruhe fühlen!

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Lass dein Kind in Ruhe fühlen!

Hallo liebe Mami!

Dein Kind schreit. Es schimpft, es weint, es zickt, es bockt, es schlägt jemand, es schmeißt mit Schimpfworten nur so um sich. Vielleicht ist das Problem, dass der Teller die falsche Farbe oder die Karotte die falsche Form hat, vielleicht schreit es, weil du es ins Bett legst, obwohl es noch nicht schlafen will oder es weint, weil du ihm/ihr gesagt hast, dass es nervt und endlich in seinem Zimmer verschwinden soll.
Jetzt, wo so viele Menschen mit verschiedensten Bedürfnissen in deinem Haushalt den ganzen Tagen aufeinanderhocken, prallen viele Gefühle aufeinander. Manche dieser Gefühle, kannst du in den Arm nehmen, bis sie sich beruhigt haben, andere triggern dich derart, dass du direkt mit in den Gefühlskampf-Ring einsteigst, um als Gewinner (=Kind ist ruhig) wieder auszusteigen (Die Trophäe: Schuldgefühle).
Wenn du selbst gerade unerfüllte Bedürfnisse hast (du bist müde, besorgt, erschöpft, gestresst oder überfordert), wird es für dich zu einer großen Herausforderung, feinfühlig, geduldig und liebevoll auf solche Eskapaden einzugehen. Ich weiß, es ist manchmal verdammt schwer. Aber es wird leichter, wenn du dein Kind WIRKLICH verstehst. Das Verständnis hilft dir, es aus einer neuen Perspektive zu betrachten und dabei will ich dir helfen:
 
Viel wichtiger als die Frage
„wie kann ich alle Konflikte vermeiden?“
ist also die Frage nach dem
„WARUM?”
Jedes Verhalten deines Kindes wird durch sein Innenleben gesteuert. Jedes Verhalten hat einen Grund! Auch wenn du diesen manchmal nicht erkennen wirst, wird es dir reichen müssen zu wissen:
mein Kind hat einen Grund für sein Verhalten und es ist okay! Es verarbeitet durch sein Verhalten ein Gefühl und jedes Gefühl hat eine Funktion.
 
Das wichtigste für dein Kind ist, dass es lernt seine Gefühle auszudrücken.
Wenn du deinem Kind ständig sagst….
„sei nicht so laut“ (wenn es sich freut),
„das war doch nicht schlimm“ (wenn es weint, weil es hingefallen ist),
„stell dich nicht so an“ (weil es nicht vom Löffel der Schwester essen will)
„Du brauchst keine Angst haben” (vor den Monstern unter dem Bett)
 
 
… sagst du ihm eigentlich ständig:
„hör auf zu fühlen“!
Gefühle lassen sich allerdings nicht unterdrücken, genau so wenig wie ungestillte Bedürfnisse. Sie werden immer lauter. Die innere Spannung wird immer größer. Irgendwann scheinen sie zu verschwinden, das täuscht allerdings: das Gehirn schützt das Kind so vor weiteren schmerzhaften Erfahrungen: Gefühle verschwinden aus dem Bewusstsein, walten aber noch im Inneren seines Körpers weiter.
„Lass dein Kind in Ruhe fühlen“ heißt auf gar keinen Fall, dass du es mir seinen Gefühlen alleine lassen sollst!
 
    1. Dein Kind kann mit seinen Gefühlen nicht alleine zurecht kommen. Es braucht deine Hilfe. Begleite dein Kind solange es nötig ist und es wird damit alleine zurecht kommen, wenn sein Gehirn reif genug dafür ist.
    2. Das grösste Gefühl von „Ich bin geliebt“ hat ein Kind dann, wenn es sich mit seinen Gefühlen gesehen und akzeptiert FÜHLT.
    3. Nimm die Gefühle deines Kindes immer ernst! Jedes Gefühl ist wichtig! Wie du mit den Gefühlen deines Kindes umgehst, kann wesentlich dazu beitragen, wie gut dein Kind sich später selbst wahrnimmt.
    4. Bewerte nicht das VERHALTEN deines Kindes, dahinter stecken wichtige Gefühle.
    5. Gefühle müssen ausgedrückt werden.
    6. Wenn du deinem Kind hilfst, Worte für seine Gefühls- Erfahrungen zu geben, wird es ihm leichter fallen, sich seiner Gefühle bewusst zu werden (oh, hat das weh getan Schatz? Bist du traurig, weil dein Eis runtergefallen ist? Hattest du Angst? Bist du frustriert?).
    7. Bei einem sicher gebundenen Kind (gesunde Bindungsbeziehung) ist Raum für Schmerz und für „es hätte besser laufen müssen“. Auch das gehört zur Selbsterfahrung und zum Mitgefühl für andere Menschen dazu. Daher:
    8. Ich möchte dir an dieser Stelle eines sagen: du bist nicht dafür verantwortlich, dass dein Kind immer ruhig und ausgeglichen ist und genauso wenig musst du immer im Zen-Modus durch das Leben gleiten.
    9. Tränen sind ein Ventil, begegne ihnen immer liebevoll und nicht herablassend.
    10. Gefühle aller Art sind MENSCHLICH!
    11. Manchmal spiegelt dich dein Kind, sobald es dir in diesen Fällen besser geht, wird dein Kind sich auch wieder anders zeigen.
    12. Du musst dein Kind nicht „korrigieren“! Wenn du das Gefühl hast, du musst irgendein Gefühl oder Verhalten wieder zurechtrücken, ertappst du dich auch bei der Tatsache, dass du sein Verhalten/seine Gefühle nicht „normal“ findest!
    13. Achte auf deine Sprache. z.B. „FÜHLST du dich traurig“ anstatt „BIST du traurig“. Dein Kind HAT Gefühle, es IST aber viel mehr als das! Deine Sprache prägt seine Selbstwahrnehmung!

Hier bekommst du die 13 genannten Erinnerungen auch als Poster zum ausdrucken!

Ich werde in meinem nächsten Newsletter intensiv auf dieses Thema zu sprechen kommen und dir viele praktische Tipps dazu an die Hand geben.
 
Was möchtest du dazu noch wissen?
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Ich bin Dr. Mami

Für dich und dein Kind, habe ich mich ausgebildet:

  • Ärztin, Familien- und Life-Coach
  • Gründerin von MAP-Family®
  • Europäisches Diplom für ganzheitliche Medizin
  • i.A. Psychotherapie für Kinder- und Jugendliche
  • Lehrerin für achtsame Elternschaft mit Selbstmitgefühl
  • Expertin auf www.bindungsorientiert.com
  • diverse zusätzliche Qualifikationen

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Verbundenheit entsteht durch ein tiefes Verständnis vom anderen Menschen …

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Hallo liebe Mami!

Was ist es genau? Dieses Verständnis?

Reicht es dir, wenn ein Mensch weiß, wo du gelebt hast, wie alt du bist und welche Blumen du am liebsten magst?

Nein! Es geht immer um Gefühle!

Es geht darum, dass jemand sich für dein Leben interessiert, weil dir das das Gefühl gibt, wertvoll zu sein. Es geht nicht nur um die Blumen, die du geschenkt bekommen hast, es geht darum, dass dir jemand eine Freude machen will, wenn er dir diese Blumen schenkt! Es geht darum, dass derjenige Freude in sich spürt, wenn er dir Freude schenkt.

Mit meinem Exfreund habe ich so viel gestritten. Ich kämpfte verzweifelt mit Worten, weil ich wollte, dass er mich versteht.

Mit meinem Mann jetzt ist es ganz anders. Ich brauche kaum Worte – oder wenige reichen – weil er mich fühlt. Ich erkenne an seinem Blick, an seiner Zuwendung, seinen Fragen und seinen Umarmungen, dass meine Gefühle auf Resonanz in ihm treffen. Es spart uns viel Energie, weil es einfacher ist, Dinge in einer Beziehung zu verändern, wenn man sich spürt. Man erreicht sich in Gesprächen dann nicht nur im Kopf sondern vor allem im Herz.

Das Gefühl der Verbundenheit, das unausgesprochene Verständnis füreinander, das entsteht auf viel subtilere Ebene als der Sprachebene.

Auf der Ebene der Gefühle!

„Ich verstehe dich“ heißt: „ich fühle dich.“

Sich geliebt zu fühlen heißt, sich gesehen und verstanden zu fühlen, das heißt: in seinen Emotionen erkannt, angenommen und begleitet zu werden.

Du wirst dein Kind nicht immer durchschauen oder verstehen. Du kannst aber seinen Gefühlen mit Empathie begegnen, auch wenn du sie nicht nachfühlen kannst.

Zuhören, da sein, begleiten, ERNST nehmen – egal was deine Meinung dazu ist: jedes Gefühl hat seinen Platz, seinen Grund und seine Funktion. Ein Kind mit seinen Gefühlen achten und respektieren, es in den Arm nehmen und da sein, ist mehr wert als jedes Wort.

Kindliche Gefühle sind niemals weniger wert als die von Erwachsenen!

Ich empfinde mein inneres Gefühlsleben als großes Geschenk. Trotz des Leides, das ich in meinem Leben erfahren habe. Es ermöglicht mir, mich mit vielen Menschen emotional verbunden zu fühlen (weil ich ihre Gefühle teile), auch wenn sie es vielleicht nicht tun.

Deshalb möchte ich dir an dieser Stelle eines sagen:

Du musst nicht alles perfekt machen. Beziehungen sind stabil, sie geben Raum für Erfahrungen, die vielleicht nicht immer rosarot sind. Es gibt Raum für Momente zwischen Mama und Kind, in denen die Verbundenheit mal nicht zu fühlen ist. Dieser Raum ist wichtig, für das Selbsterleben und die Selbsterfahrung. Solange das Fundament die tiefe Verbundenheit ist, heißt das:

Wenn dein Kind sich mal ungerecht behandelt fühlt, mal einsam ist oder Angst hat, wenn es mal eifersüchtig ist, wütend oder sauer, wenn es fühlt, wie es ist, getröstet zu werden, aber vielleicht auch mal im Stich gelassen wurde, weil du es nicht gesehen oder gerade nicht besser konntest, wenn du deinem Kind zuhörst oder auch mal nicht so ganz wahrnimmst, weil du Stress mit der Arbeit hast:

Es lernt sich und sein Gefühlsleben immer besser kennen, es erlebt Dinge, die ihm später dazu verhelfen können, sich selbst zu spüren, andere Menschen zu verstehen, empathisch zu sein.

Gefühle sind eine internationale Sprache, jenseits von Geschlecht, Alter und Kultur. Wenn wir einander in unseren Gefühlen erkennen und verstehen, dann entsteht etwas Magisches: tiefe Verbundenheit, nicht nur zu dem Gegenüber sondern auch zu sich selbst

​Deine Dr. Mami

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Ich bin Dr. Mami

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  • Ärztin, Familien- und Life-Coach
  • Gründerin von MAP-Family®
  • Europäisches Diplom für ganzheitliche Medizin
  • in Ausbildung zur Psychotherapeutin für Kinder- und Jugendliche
  • Lehrerin für achtsame Elternschaft mit Selbstmitgefühl
  • Expertin auf www.bindungsorientiert.com
  • diverse zusätzliche Qualifikationen

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