Corona und Ibuprofen = Gefahr?

Corona und Ibuprofen = Gefahr?

Corona und Ibuprofen = Gefahr?

Hallo liebe Mami!

In den letzten Tagen sorgte die Meldung, dass die Einnahme von Ibuprofen den Krankheitsverlauf von COVID-19 verschlimmern könnte, für große Unsicherheit.

Dazu haben mich viele Nachrichten mit Wunsch nach Stellungnahme erreicht!
Da Hintergrundinformationen und öffentliche Darstellung selten 1:1 zusammenpassen, wollte ich noch etwas mehr dazu recherchieren, bevor ich dazu Stellung nehme.
Primär hatte ich mich gefragt, ob es bei der Aussage wirklich um den Wirkstoff IBUPROFEN geht, oder ob es darum geht, dass FIEBER ÜBERHAUPT GESENKT wird. Wie ihr sicher in meinem Blogbeitrag zum Thema Fieber gelesen habt, ist Fieber wichtig! Fieber ist Teil der Immunantwort und Teile der körperlichen Abwehr arbeiten schneller, wenn die Körpertemperatur erhöht ist. Möglicherweise wird z.B. einem Virus durch das Fieber so eingeheizt, dass es sogar an „Stärke“ verliert und damit weniger Kraft hat, in unserem Körper Schaden anzurichten.
Damit ist natürlich die Frage, ob das Fiebersenken allgemein bei Infektionen lieber unterlassen werden soll und somit kann es nicht nur das Ibuprofen sein, dass die Immunabwehr stört, auch andere Fiebersenker wie Paracetamol und Metamizol können ihren Teil dazu beitragen!
Ein Sprecher der WHO sagte, man solle im Verdachtsfall lieber Paracetamol (PCM) einnehmen. Gemeint ist von ihrer Seite, dass die WHO momentan bei Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektion davon abrät, Ibuprofen einzunehmen und man solle lieber PCM einnehmen. Dies darf nicht so verstanden werden, dass jeder, der durch das neue Virus infiziert wurde, PCM einnehmen soll. Wenn überhaupt sollte man es nur nehmen, wenn Fieber oder Schmerzen vorliegen. Auch Paracetamol ist ein Medikament mit möglichen Nebenwirkungen und sollte bedacht eingesetzt werden.

Evidenz:

  • Es gibt keine ausreichende Evidenz dafür, dass Ibuprofen im Rahmen einer COVID-19 Erkrankung mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate einhergeht, dennoch betont die WHO aktuell, man solle auf eine Ibuprofeneinnahme bei Infektion mit SARS-CoV—2verzichten.
  • Es gibt keine Evidenz dafür, dass die fiebersenkenden Alternativen PCM und Metamozol „gesünder“ für den COVID-19-kranken Patient sind.

Fazit:

Fieber hat seinen berechtigten Platz bei jeder VirusInfektion! Fiebersenken bei COVID-19 sollte also nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen!

Noch Fragen?

MERKE:

Weiter gilt also, wie ich es schon lange hier predige- und hier ist es EGAL ob COVID-19 oder ein anderer Virusinfekt!
    • Es ist bekannt, dass Fiebersenken die Funktion des Immunsystems beim Virusinfektes stören kann!
    • Fieber hat eine Funktion im Kampf gegen Viren.
    • Es könnte anstrengend für den Körper sein, wenn du das Fieber denkst und es wieder Fieber produzieren muss.
    • Fieber ist ein aktiv von Körper hervorgerufene Temperaturerhöhung, dh. beim Virusinfekt „will“ der Körper fiebern.

Deine Dr. Mami

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Hilfe, mein Kind hat Fieber

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Hallo liebe Mami!

Heute möchte ich Dir etwas über Fieber erzählen!

Take Home Message vorab:

Deine Angst ist unbegründet und diese Angst kommt aus Zeiten, wo Kinder mit hohem Fieber an banalen Infekten gestorben sind!

Fieber ist sehr sinnvoll und kann dem Körper Schutz vor einer Verschlimmerung der Infektionskrankheit bieten!

Wenn Du es nach diesem Beitrag schaffst, nicht alle 15 Minuten bei Deinem Kind die Körpertemperatur zu messen und halbwegs entspannt bleibst, auch wenn das Fieber hoch ist, hast du viel Lebensqualität gewonnen, denn im Leben mit Kindern ist Fieber ein häufige Thema!

Du lernst heute

  • Was ist Fieber?
  • Wozu dient Fieber?
  • Warum fiebern Kinder oft so hoch?
  • Wie zeigt sich Fieber?
  • Warum du keine Angst vor Fieber haben musst!
  • Ob und wann Du Fieber senken sollst!
  • Wann Du zum Kinderarzt gehen solltest!
  • Auf welche Fragen des Kinderarztes Du Dich vorbereiten kannst!
  • Was es mit dem Fieberkrampf auf sich hat!

Allgemeines:

Fieber ist eine der häufigsten Ursachen für unfreiwillige Besuche von Eltern beim Kinderarzt. Manche Eltern werden bei 38.5°C nervös, andere erst bei 40°C. Manche kommen sofort, wenn ihnen Fieber auffällt, andere warten noch ein paar Tage, bis sie sich beim Kinderarzt vorstellen! Was alle Eltern gemeinsam haben: irgendwann macht es einen doch nervös. Sei es die Angst vor dem Fieber, die Angst vor der zugrundeliegenden Erkrankung oder die Angst vor einem Fieberkrampf.

Eines vorab: Fieber ist ein Symptom und keine Krankheit! Fieber hat eine Ursache, meistens ist es ein Infekt. Fieber wird vom Körper AKTIV ausgelöst, weil es sinnvoll und notwendig ist! Nicht alle können fiebern (z.B. Babies, Störung des Immunsystems durch eine Grunderkrankung oder Medikamente)!

WICHTIG: Neugeborene und junge Säuglinge sollten IMMER ab einer Körperkerntemperatur von 38.0°C (rektal gemessen) dem/der Kinderarzt/-Ärztin vorgestellt werden! Auch wenn es den Kindern gut geht! Sehr wichtig ist auch zu wissen, dass Babies bei gefährlichen Infekten nicht immer fiebern (weil sie es manchmal noch nicht können) und hier bei ungewöhnlichem Verhalten unbedingt der/die Kinderarzt/ärzin aufgesucht werden muss (schrilles Schreies, Trinkunlust, Berührungsempfindlichkeit, Atemaussetzer, auffälliges Hautkolorit, etc.).

Wir sprechen hier heute nicht von den möglichen Ursachen von Fieber. Natürlich kann Fieber Symptom einer gefährlichen Krankheit sein, aber wie ein Kollege in einem Artikel über Fieber mal schrieb: die gefährliche Krankheit wird nicht weniger gefährlich, wenn das Fieber gesenkt wird.

Die häufigsten Ursachen für Fieber sind banale Infekte. Im Zweifel sollte ein Kinderarzt hinzugezogen werden.

  • Fieber ist ein Symptom, keine Krankheit!
  • Wichtig ist nicht die Zahl auf dem Thermometer, sondern der Allgemeinzustand Deines Kindes!
  • Das ist die Definition von Fieber:
    • Fieber: ab 38,5°C (bei Neugeborenen bereits 38°C)
    • Hohes Fieber: ab 40°C

Warum fiebern Kinder so schnell und so hoch?

Zwei wichtige Systeme, die beim Fieber eine Rolle spielen sind noch unreif.

Das Immunsystem Deines Kindes ist noch unausgereift. Du kannst Dir das  auch so vorstellen: unsere inneren (uns beschützenden) Polizisten, sind noch in Ausbildung. Sie können uns schon beschützen, aber nicht so gut wie ein erfahrener Polizist.

Die Reaktion auf eine Infektion zeigt dir: das Immunsystem ist gesund und reaktionsfreudig! Wenn du mehrere Kinder hast, wirst du feststellen, dass die Kinder, die schnell und hoch fiebern oft schneller wieder gesund sind.

Unreif ist auch das Temperaturregulationszentrum.

Diese beiden Systeme werden von Jahr zu Jahr und von Infekt zu Infekt immer weiter ausgebildet, trainiert und sammeln viel Erfahrung!

Fieber ist notwendig und dient der Infektabwehr!

Habt keine Angst vor dem Fieber! Der Körper fährt sozusagen seine Körpertemperatur hoch um es den Erregern ungemütlich zu machen!

Dadurch werden wichtige Funktionen des Immunsystems beschleunigt

Das Fieberoptimum liegt bei 39°C-40°C, hier vollbringt das Immunsystem seine beste Leistung!

Fieber senken, ja oder nein?

Fieber senken kann für den Körper sehr belastend sein, weil der Körper seine innere Balance wieder erreichen und die Körpertemperatur dann wieder erhöhen muss.

Schauen wir uns die Reptilien an:

Sie suchen, wenn sie eine Infektion haben, eine wärmere Umgebung auf. Würden wir sie daran hindern oder ihnen ein Antifiebermittel geben, dann würde die Krankheit schlimmer verlaufen.

Wie hoch kann das Fieber steigen? Kann das hohe Fieber Schäden anrichten?

Kinder fiebern viel häufiger als Erwachsene über 40°C auf. Über 41° eher selten. Temperaturen über 42°C kann das intakte Temperaturregulationszentrum nicht mehr produzieren!

  • Fieber kann nicht unendlich hochsteigen und ist begrenzt auf eine Temperatur, die nicht gefährlich ist, denk daran, Fieber ist ein AKTIVER und gewünschter Prozess des Körpers!
  • Die Hitzeschockantwort unseres Körpers schützt unser Eiweiß davor,  auch bei hohen Temperaturen nicht zu denaturieren, also nicht kaputt zu gehen.

Darf ich Fieber, das durch eine Impfung hervorgerufen wird, senken?

Auch die Gabe von Fiebermittel nach einer fiebernden Impfreaktion, scheint die Antikörperhöhe im Verlauf zu beeinträchtigen und damit die Wirkung der Impfung zu verringern.

Muss ich bei Fieber ein Antibiotikum geben?

Du weisst jetzt, dass Fieber ein Symptom ist. Es kann verschiedene Gründe für Fieber geben, meistens sind es Virusinfekte. Bei Virusinfekten bringen Antibiotika nichts (siehe unten verlinkten Artikel). Man sollte nur ein Antibiotikum geben, wenn man davon ausgehen kann, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt. Auch Fieber, das 5 Tage lang andauert, kann durch Viren verursacht werden. Die meisten Infekte im Kindesalter werden durch Viren verursacht.

Was sind typische Fieber-Symptome und wie kann ich mein Kind in der jeweiligen Phase unterstützen?

Fieber verläuft in Phasen, je nachdem, welche Phase gerade ansteht, äußert sich das anhand ‚spezifischer‘ Symptome, die Dir wiederum Hinweise dafür geben, wie Du Dein Kind jetzt am Besten unterstützen kannst!

Phase 1:

steigende Temperatur

hier evtl. Schüttelfrost, (Muskelzittern soll Wärme produzieren)

Hier kühle Hände, Füße und Unterschenkel

Keine Wadenwickel! Nicht kühlen, löst Stress und Unbehagen!

Phase 2:

anhaltend hohe Temperatur

heiße Stirn, Ohren und rote Wangen, glänzende Augen, Schneller Puls und schnelle Atmung

Phase 3:

Abfall der Temperatur

Hände, Füße und Unterschenkel warm

hier Unterstützung mit Wadenwickel und kalten Waschungen

  • Schlafen lassen
  • Ausreichend trinken
  • Abduschen, wenn es ganz nass geschwitzt ist
  • Schlafanzug wechseln

Ab wann zum Kinderarzt?

  • Alle Neugeborenen und Säuglinge unter 3 Monaten (schon bei 38,0°C), noch bevor versucht wird, das Fieber zu senken
  • Kleine Babies mit ‘merkwürdigem Verhalten’, schrillem Schreien, Schreiunruhe, Berührungsempfindlichkeit, auffälliger Hautfarbe, Trinkschwäche, Atempausen
  • Immer bei Unsicherheit
  • Anhaltendes Fieber > 3 Tage
  • Bei schlechtem Allgemeinzustand
  • Bei mangelnder Flüssigkeitszufuhr
  • Bei erstem Fieberkrampf
  • Bitte messe das Fieber bevor Du zum Arzt geht, es kommst oft vor, dass Eltern ihre Kinder heiss finden, obwohl das Kind kein Fieber hat!
  • Wenn bereits ein Virusinfekt festgestellt wurde und der Allgemeinzustand plötzlich deutlich schlechter wird
  • Bei starken Kopfschmerzen, steifem Nacken, Lichtempfindlichkeit
  • Begleitsymptome (z.B. Ausschlag)

Welche Fragen könnte Dein Kinderarzt Dir stellen?

  1. Seit wann fiebert Dein Kind, wie hoch?
  2. Falls Fieber schon länger besteht: Wie war der Fieberverlauf (Temperaturkurve über mehrere Tage/Wochen anlegen, kann Diagnose eines Fiebersyndroms erleichtern) ? Bitte Dokumentation mitbringen!
  3. Wie wurde gemessen (rektal?)
  4. Wieviel hat Dein Kind getrunken oder gegessen?
  5. Hat das Kind Durchfall? Erbrechen? Einen Ausschlag? Ist die Windel nass?
  6. Hast Du schon versucht das Fieber mit Fiebermittel zu senken? Ist es gut runter gegangen?
  7. Wie geht es Deinem Kind, wenn es gerade fiebert, wie geht es Deinem Kind, wenn es gerade fieberfrei ist?
  8. Ist noch jemand krank, der/die mit Deinem Kind Kontakt hatte?
  9. Ging eine Impfung voraus?

Angst vor Fieberkrampf?

Es gibt kleine Kinder, die zu Fieberkrämpfen neigen, unkomplizierte Fieberkrampfe sind harmlos, auch wenn man sich beim Anblick des krampfenden Kindes erschrickt: theoretisch musst du dir keine Sorgen, machen. Mehr zum Fieberkrampf erfährst Du im nächsten Beitrag!

Fazit: Fieber bitte nicht routinemäßig senken!

  • Fieber ist ein Symptom, Fiebersenken beseitigt die Ursache nicht! Deshalb ist es auch sehr wahrscheinlich, dass das Fieber nach einem Fiebermittel wieder ansteigt!
  • Fieber ist keine Überhitzung.
  • Fieber ist nicht schädlich, sondern sinnvoll!
  • Meistens ist das medikamentöse Senken von Fieber nicht nötig.

Das war es für heute, ich hoffe Du hast ganz viel gelernt.

Ich freue mich, auf Deinen nächsten Besuch!

Bis bald!

Deine Dr. Mami

PS: in Ausnahmefällen ist Fieber nicht Symptom eines Infektes. Die Diagnose anderer Ursachen kann komplex sein und erfordert oft die Dokumentation der Beschwerden über Wochen, hier werden verschiedenste Spezialisten hinzugezogen!

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