Gibt es ein Wundermittel beim Kinder-Husten!

von | Okt 18, 2019 | Ganzheitliche Medizin

Schön, dass Du da bist!

Heute folgt der letzte Blogeintrag zum Thema ‘Husten bei Kindern’. In Zukunft können wir gerne noch genauer auf vertiefende Themen ‘Lungenentzündung’ oder ‘RSV-Bronchiolitis’ zum Beispiel eingehen.

Bisher…

… hast Du die 10 Dinge gelernt, die alle Mütter über Husten wissen sollten. Außerdem haben wir davon gesprochen, worauf man beim Husten achten  und wann man zum Kinderarzt fahren sollte. Du weisst auch, welche Fragen Dir Dein Arzt stellen könnte und bist optimal vorbereitet für das Mami-Arzt-Gespräch. (Die beiden Artikel sind unten unter ‘verwandte Artikel’ aufgelistet und es macht Sinn, sie vorab zu lesen!)

Du lernst heute:

  • etwas über Inhalationen 
  • etwas über Hustensäfte
  • etwas über Hustenstiller
  • etwas über alternative Hustenwunder!

Es gibt leider kein Wundermittel gegen Husten………

Da ist sie… die Wahrheit.

Und sie tröstet Dich nicht durch die Zeiten hindurch, in denen ihr vor lauter Hustenanfälle keinen Schlaf mehr findet. Sie hilft auch Deinem Kind nicht wirklich, wo Du es doch so gerne entlasten würdest. Warum es kein Wundermittel gibt?

Weil Husten nur ein Symptom und keine Krankheit ist:

Husten kann zum Beispiel bei Virusinfekten (meistens) oder bei bakteriellen Infektionen vorkommen. Es kann Symptom einer banalen Erkältung sein, kann aber auch im Rahmen einer Lungenentzündung oder sogar Zeichen einer genetischen Erkrankung sein, die die Lunge betrifft. Wenn die Grunderkrankung (soweit möglich) gut therapiert ist, legt sich der Husten meist von selbst. Es kann aber auch sinnvoll sein, die Atemwege zu entlasten, durch z.B. Inhalationen bei einer obstruktiven Bronchitis (enge Atemwege). 

Ich möchte noch einmal kurz betonen, dass ich hier von Husten als Symptom einer virusbedingten, einfachen Erkältung spreche. In diesem Fall (sehr häufig) schafft ein gesunder Kinderkörper es, den Infekt selbst zu beseitigen. Falls ihr unsicher seid, ob das auf euer Kind zutrifft, empfehle ich eine Kontrolle durch den Kinderarzt.

Man könnte es also auch positiv sehen:

Solange wir kein ‘stärkeres Mittel’ brauchen (Cortison, Adrenalin, Antibiotikum etc.) hat das Kind einen Infekt, den der Körper nach einigen Tagen selbst besiegt haben wird! Ganz selten kann sich die Situation verschlimmern und manchmal kann man es eben nicht vorhersehen, auch nicht als Arzt, der das Kind gut untersucht hat! Es bleibt dann nur, die Behandlung stetig an den Verlauf anzupassen.

Es macht keinen Sinn, gesunde Kinder vorsorglich (medikamentös) auf den schlimmsten Fall vorzubereiten. Wenn wir das täten, würden die allermeisten Kinder unnötig Medikamente mit potentiellen Nebenwirkungen bekommen!

Du fragst Dich: Was? Ich soll meinem armen, hustenden Kind zuschauen, ohne etwas zu tun?
Ja, das kannst Du, wenn es keine Warnzeichen oder Risikofaktoren gibt (siehe unten verlinkten Beitrag: Wann muss ich mit meinem hustenden Kind zum Kinderarzt?’) !

Aber: das MUSST Du nicht.

Manche Mütter können gelassen abwarten, andere Mütter möchten unbedingt aktiv werden. Wenn Du aktiv werden willst, solltest Du Dir darüber im Klaren bleiben, dass wir Dein Kind bei einem Virusinfekt nur symptomatisch (d.h. wir versuchen die Symptome zu lindern) begleiten können und nicht kausal (d.h. den Infekt muss der Körper selbst beseitigen) therapieren.

Einteilungen der Hustenmittel:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Einteilung. Ich halte mich hier kurz für Dich und gebe Dir nur die Dinge an die Hand, die ich für Dich als Mutter relevant finde:

Hustenstiller ….sollen den Husten unterdrücken!

Husten ist ein wichtiger Schutzreflex des Körpers, der dafür sorgt, dass Dinge, die nicht in die Atemwege gehören, wieder rauskatapultiert werden können. Sowohl Schmutz wie auch Schleim möchte der Körper wieder loswerden. Wenn der Schleim nicht abgehustet wird, dann haben wir einen schönen, schleimigen, feuchten Nährboden in den Atemwegen, ein idealer Platz für weitere Erreger anzusiedeln, die den Husten noch weiter verschlimmern können, bei diesen ‚Superinfektionen’ reicht das ‚Beobachten’ oft nicht mehr aus!

Aber wann sollen wir den Husten stoppen?

Wir stillen den Husten nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn das Kind unter einem wirklich starken, trockenen Reizhusten leidet und nachts nicht mehr schlafen kann. Schlaf ist schließlich wichtig für das Gesundwerden! Solange Dein Kind trotz des Hustens gut schläft, würde ich von Hustenstillern absehen.

Den Husten mit Hustenstillern zu stoppen, das klappt manchmal mehr, manchmal weniger. Es gibt sehr starke Hustenstiller mit Codein, die wir nicht verschreiben, da schwere Nebenwirkungen (wie Atemstillstände mit Todesfolge) auftreten können. Codein ist bei Kindern unter 12 Jahren verboten. Hustenstiller ohne Codein sind oft nicht sehr wirksam.

Schleimlöser …sollen den Schleim verflüssigen, sodass es leichter wird den Schleim abzuhusten.

Viele Eltern sagen, dass der Schleimlöser keine Wirkung hatte. Manche Eltern sagen, dass es für die Kinder durch den vermehrten Schleim noch schwieriger wurde, ihn abzuhusten. Einige Eltern sind fest davon überzeugt, dass der Schleim lockerer wurde und das Kind davon profitiert hat. Ich denke, hier muss jeder selbst entscheiden. NICHT sollte der Schleimlöser abends gegeben werden, damit der vermehrte Husten durch den gelösten Schleim nicht zu einer Störung der Abendruhe führt. Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Körpers.

Pflanzliche Mittel

Es gibt Präparate mit Thymian, Primel oder Efeu. Für Erwachsene gibt es Hinweise, dass diese Präparate hilfreich sind, aber auch hier fehlen eindeutige Zahlen in den Studien. Manche Eltern schwören auf ihre Wirkung, andere wiederum sagen, dass keine Besserung nach Einnahme eingetreten ist. Auch hier: falls Du fest davon überzeugt bist, dass es Deinem Kind geholfen hat, darfst Du Dein Kind altersentsprechende Präparate verwenden!

Inhalationen:

Inhalationen tun manchen Kindern (viele sagen auch, es bringt ihnen gar nichts!)  gut. Am besten wird mit einem Inhalationsgerät inhaliert, das Tröpfchen per Ultraschall vernebelt, so stellst Du sicher, dass Dein Zusatz zum Wasser auch richtig untergemischt ist und sich nicht auf dem Boden des Topfes sammelt.

Es gibt auch Trockeninhalationen (z.B. Asthma Spray), die bei harmlosen Virusinfekten nichts zu suchen haben.

Inhalationen kann man mit pflanzlichen Mitteln machen oder mit Medikamenten.

ACHTUNG: Viele Eltern denken FÄLSCHLICHERWEISE, dass sie ihrem Kind, wenn es einmal ein bronchienerweiterndes Medikament (z.B. Salbutamol), bei einer mit Husten einhergehenden Erkrankung bekommen hat, bei jedem Husten mit Salbutamol inhalieren können. NEIN! Das sind Medikamente mit bestimmten Indikationen (z.B. spastische, enge Atemwege, die medikamentös erweitert werden müssen, damit das Kind Luft bekommt! Dabei geht es nicht primär um den Husten sondern um die spastischen Atemwege und Luftnot des Kindes!) 

Sonstige

Es gibt noch homöopathische und anthroposophische Mittel, mit ihnen kenne ich mich allerdings nicht aus!

Was hat jetzt eigentlich geholfen?

Aus meiner Erfahrung berichten die meisten Mütter bei der Anwendung von Hustensaft, dass keine Besserung eingetreten ist. Irgendwann ist Dein Kind gesund und es ist nicht klar, ob es der Hustensaft oder nur das Immunsystem war.  Ich empfehle keine Hustensäfte mehr, außer die Eltern sind wirklich 100% von der Wirkung bei ihrem Kind überzeugt.

Bitte, löse Dich davon, dass immer etwas ‘gegeben’ werden MUSS.

Wie kann ich meinem Kind trotzdem helfen, wenn es hustet?

  1. Unter den kostenlosen Downloads findest Du ‘Allgemeine Dinge’ zum Thema Husten.
  2. In meinem kostenlosen E-Book ‘ganzheitlich gesund’ findest Du unter anderem einige pflanzliche Tipps zum Thema Husten bei Kindern.
  3. Für ganzheitliche Mamis gibt es im Mitgliederbereich ‘Heilraum für Deine Familie’ noch Dokumente für die ganzheitliche Unterstützung Deines Kindes beim Husten (Naturheilkunde, Ayurveda und Balsam für die Seele)

Take Home Message:

  • Husten ist ein Symptom und keine Krankheit
  • jeder Husten hat andere Ursachen, d.h. es gibt kein Wundermittel (außer ZEIT)
  • Studien-technisch sieht es bei alternativen Unterstützungsmöglichkeiten eher Mau aus, ich berichte von meinen persönlichen Eindrücken aus jahrelanger Tätigkeit mit tausenden von Kindern
  • Lass Dir von Deinem Kinderarzt erklären, warum Du was tun sollst/darfst, damit fällt es Dir in Zukunft leichter zu entscheiden, was Du bei einem kranken  Kind daheim selbst machen oder lieber lassen solltest 
  • Für ein krankes Kind als Mutter gut sorgen zu können ist ein Lernprozess. Da unser unterstützendes Dorf in den allermeisten Fällen fehlt ist eine gute Beziehung und eine gute Kommunikation mit dem Kinderarzt unerlässlich. 

Alles Gute Dir und Deinem Kind!

Deine Dr. Mami

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  • i.A. Psychotherapie für Kinder- und Jugendliche
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