Die Maskenpflicht bei Kindern – wie gefährlich ist es für sie wirklich?

von | Mai 16, 2020 | Corona, Empfehlungen, Ganzheitliche Medizin, Notfall

Hallo liebe Mami!

Heute sprechen wir über den Aufschrei der sozialen Medien, dass das Tragen von Masken für Kinder lebensgefährlich sei. Ich gebe dir 10 wichtige Tatsachen an die Hand, die hoffentlich für etwas Entspannung von deiner Seite aus sorgen. UND, noch viel wichtiger, wir sprechen über die Einführung der Maskenpflicht für Babys, die in einigen Bundesländern tatsächlich eingeführt wurde.

Viel Spaß beim Lesen!

Sind Masken sinnvoll?

Wenn wir von ‚Maske‘ und ‚Mundschutz‘ sprechen, meinen wir in diesem Zusammenhang ‚Nasen-Mund-Schutz‘. Denn sinnvoll sind diese Masken nur dann, wenn sie richtig getragen (die Nase komplett abdecken und über das Kinn reichen) und sie richtig genutzt werden (Hygieneregeln beachten, nicht berühren etc.). Do-It-Yourself-Masken haben natürlich nicht den gleichen Effekt wie medizinische FFP3 Masken.  Aber ich möchte hier gar nicht so sehr auf die einzelnen Maskenarten eingehen, denn am Ende kommt es vor allem auf Eines an:

Experten empfehlen Masken aktuell, weil sie uns helfen, die Übertragungskette des Sars-CoV-2 zu unterbrechen/verlangsamen. Also, ja: Masken sind sinnvoll!

Wie ich bereits oben gesagt, habe: Scheinbar gesunde Menschen stecken andere Menschen an, ohne es zu wissen! Das liegt daran, dass das Virus schon 1-3 Tage vor Krankheitsbeginn, d.h. vor dem Auftreten der ersten Symptome, übertragen werden kann. Das ist einer der Gründe, warum sich Experten für das Tragen der Maske aussprechen.

(Exkurs: Es scheint momentan so (laut RKI) dass man bis zu 8 Tagen nach Symptombeginn mit einer Ansteckung rechnen muss. Es scheint (noch nicht genug Daten) als ob Menschen, die sehr schwerer erkrankt sind, auch länger als diese 8 Tage ansteckend sein können.)

 
Was hat es mit der im Internet kursierenden Nachricht auf sich, dass Atemschutzmasken bei Kindern durch Atemlähmungen (CO2-Rückatmung) tödlich sein können?

In Anbetracht dessen, dass seit kurzem in vielen Bundesländern eine öffentliche Maskenpflicht (Bayern: ab 7 Lebensjahren, d.h. nach dem 6.Geburtstag, ab 27.4.2020) eingeführt wurde, ist diese Nachricht natürlich für alle Eltern sehr besorgniserregend!


Hier 10 Informationen, die für mehr Klarheit zum Thema ‚Masken bei Kindern‘ sorgen sollten!

  1. Die bisherigen Vorsichtsmaßnahmen gelten -trotz Maskenpflicht- weiterhin! Unnötige Menschenkontakte, Hygienemaßnahmen, sowie das Einhalten von Mindestabstand- gelten trotz Maskenpflicht! Kinder, die sich nicht an diese Regeln halten (können) sollten nicht unnötig in die Öffentlichkeit gehen (insbesondere die, die unkontrolliert rumrennen). Babys werden i.d.R. von euch getragen und wenn ihr euch an die Regeln halten, sind eure Babys
  2. Die Maskenpflicht betrifft (Bayern) NICHT Kinder unter 6 Jahren! Ab 6 Jahren können sie sich gut an “Maskenregeln” halten und sich auch dazu äußern, ob die Maske sie beim Atmen stört, also keine Angst vor unbemerktem Kurze Memo an dieser Stelle: Kinder, die an einer Immunschwäche leiden, tragen ständig solche Masken!
  3. Die eingeführte Alltagsmaske dient dem Schutz ANDERER Menschen!
  4. Wenn kleine Kinder noch nicht in der Lage sind, sich an die “Maskenregeln” zu halten, kann das kontraproduktiv sein, denn um sich vor einer Infektion zu schützen (Erinnerung: Kinder scheinen einen natürlichen Schutz gegen COVID19 zu haben) sollen sie sich nicht im Gesicht anfassen, wenn die Maske aber Rutscht/stört, fassen sie sich umso häufiger ins Gesicht!
  5. Es wurde NICHT das Tragen medizinischer MASKEN empfohlen! Selbstgenähte Masken z.B. reichen völlig aus, diese sind deutlich luftdurchlässiger als die FFP2/3 Masken und ermöglichen einen guten Gasaustausch!
  6. Kinder sollen Masken nur benutzen, wenn sie in der Öffentlichkeit sind (nicht zum Beispiel zum Schlafen, d.h. die Zeit in der die Kinder die Masken tragen ist begrenzt, sie sind wach und stehen unter Beobachtung der Eltern!)
  7. Wenn das Kind sich ständig die Maske vom Gesicht reißt/anfasst/nicht richtig trägt (über Nasenrücken und Kinn) macht das Tragen sowieso keinen Sinn. Kinder unter 3 Jahre machen wohl eher nicht mit 🙂
  8. Kinder atmen mehr Luft ein, als sich unter der Maske sammeln kann. Durch den Atemzug atmet das Kind also auch frische Luft durch die durchlässige Stoffmaske hindurch.
  9. Beim Toben/Spielen sollten sie keine Masken tragen, da sie sich z.B. am Gummizug verletzen können. Toben und spielen: daheim oder ohne “Menschenkontakt” draußen.
  10. Relax! Die Masken sind eine sinnvolle, wenn auch lästige, Notwendigkeit, um die Übertragungskette des Virus zu blockieren.
 
Ich habe gehört, dass einige Bundesländer Babys in die Maskenpflicht mit einbeziehen und ich frage mich ehrlich gesagt, ob das nicht etwas zu weit geht:
  • Es gibt bisher keinen dokumentierten Fall darüber, dass ein Baby einen Erwachsenen mit SARS-CoV-2angsteckt hat.
  • Wenn Babys Angst unter der Maske bekommen, können sie sich nicht einmal dagegen wehren.
  • Babys hüpfen nicht alleine durch den Supermarkt, sie können gut nahe am Körper der Eltern getragen werden und damit den vorgesehenen Mindestabstand zu anderen Menschen einhalten.
  • Eine der goldenen Regeln zur Prävention des plötzlichen Kindstotes bei Babys ist, dass Kinder nicht auf dem Bauch liegen dürfen. Dass dies für das Baby gefährlich sein könnte, wird frischgebackenen Eltern bereits vor und noch lange nach der Geburt immer und immer wieder eingetrichtert. Dass hier eine erhöhte Angst von Seiten der Eltern in Bezug auf das Tragen einer Babymaske vorliegt, kann man sich natürlich vorstellen.
 

Exkurs:

Zum plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome = SIDS) will ich nur kurz sagen: Die EINE Ursache ist unbekannt! Die Wissenschaft geht momentan zwar davon aus, dass bei Babys,  die an SIDS verstorben sind, nicht EIN Auslöser (z.B. Bauchlage) dafür ursächlich ist, sondern das Zusammenwirken verschiedener ungünstiger Faktoren eine Rolle spielte (z.B. Bauchlage mit inneren Auffälligkeiten, wie z.B. Veränderungen im Stoffwechsel, anatomische Veränderungen der Blutgefäße des Gehirns oder andere feine Fehlbildungen z.B. des Herzens). Das möchte ich nur noch einmal im Hinblick auf SIDS betonen.

  • Babys sind in höchstem Maße darauf angewiesen, das Gesicht ihrer Bezugsperson zu lesen. Von Geburt an, haben sie die Kompetenzen, die sie brauchen, um das Gesicht ihrer Bindungsperson finden, sehen und in einem gewissen Maße auch interpretieren zu können. Ein Baby liest im Gesicht seiner Eltern, nicht nur die Laune und das Befinden seiner Eltern ab, es findet in ihrer Mimik auch seinen eigenen Wert (z.B. wenn Eltern beim Spiel mit ihrem Baby strahlende Augen haben, wird dem Kind gespiegelt: Du bin wundervoll)! Ein Baby, das sich erschrickt, wird zuerst Augenkontakt mit seinen Eltern aufnehmen, es braucht die Mimik der Eltern, um sich abzusichern, um zu wissen, dass alles in Ordnung ist. Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass es Babys unter massiven Stress versetzen kann, wenn Eltern keinen Gesichtsausdruck mehr zeigen (das Still-Face-Experiment). Aktuell forscht auch der renommierte Bindungsforscher Prof. Karl Heinz Brisch zu den Auswirkungen des elterlichen Handykonsums auf die Eltern-Kind-Bindung (wenn Eltern ständig ins Handy starren, fällt die Kommunikation von Gesicht- zu Gesicht zwischen Eltern und Kind weg).
Tipp:

Für diejenigen, deren Babys der Maskenpflicht unterworfen sind: ich würde mein Baby feinfühlig beobachten (hat es Stress, wenn ich eine Maske trage?) und die Zeit, in der ich meine Maske trage (während das Baby auf mich angewiesen ist) auf ein Minimum reduzieren.

Ich bin gespannt, wie es hier noch weiter geht, insbesondere nach Neueröffnung der Krippen. Werden Erzieher kleiner Kinder wirklich den ganzen Tag Masken tragen müssen?

So, nun zum Abschluss noch ein paar wichtige Fakten zum richtigen Umgang mit deiner selbstgenähten Maske:
  1. Wenn sie feucht ist, schützt sie nicht mehr, tausche sie aus: sofort waschen bei 60°. Falls du gerade keine Waschmaschine vor Ort hast, dann bewahre sie in einem luftdicht-verschließbaren Beutel auf, bis du sie waschen kannst!
  2. Backofen-Geheimtipp: Stoffmasken können auch bei 70° trocken (und coronafrei) gebacken werden!
  3. Vor dem Aufsetzten der Maske, sollte dein Kind die Hände waschen, um die Innenseite der Maske nicht mit verschiedensten Erregern zu benetzen.
  4. Nach dem Abnehmen der Maske sollte sich dein Kind das Händewaschen (Siehe Händehygiene, im Corona-Handbuch für Eltern), da ja die Außenseite der Maske mit Erregern kontaminiert sein kann.

Ich hoffe, dass du dir heute viel Neues und auch Beruhigendes mitnehmen konntest!

Im nächsten Beitrag sprechen wir darüber: Was macht die Corona-Krise mit der Kinderseele?

Ich freu mich, wenn du dann wieder dabei bist!


Deine Dr. Mami

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Für dich und dein Kind, habe ich mich ausgebildet:

  • Ärztin, Familien- und Life-Coach
  • Gründerin von MAP-Family®
  • Europäisches Diplom für ganzheitliche Medizin
  • in Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin
    Ayurveda Psychologie
  • Lehrerin für achtsame Elternschaft mit Selbstmitgefühl
  • Expertin auf www.bindungsorientiert.com
  • diverse zusätzliche Qualifikationen

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