Traumatisierung in der Kinderarztpraxis

Traumatisierung in der Kinderarztpraxis

Traumatisierung in der Kinderarztpraxis

Liebe Mami!

Der Titel klingt zugegebenermaßen etwas provokativ.

Aber vielleicht muss das auch so sein!

Ich bin ehrlich:

Ich weiß nicht, ob ich, wäre ich keine Mami, auch so sensibilisiert wäre, was dieses Thema ‚wie geht die Praxis mit meinem Kind um‘ angeht. Erst als ich selbst Patientin wurde, kam ich in den Geschmack davon, wie es sich anfühlt, wie ein Stück Fleisch behandelt zu werden. Man sprach über mich, als wäre ich nicht da. Nach meinem Kaiserschnitt fror ich so stark, dass die ganze Liege wackelte und statt mich zuzudecken und aufzuwärmen, schob man mich halb nackt in einen OP-Flur und ließ mich dort, ohne ein Wort zu sagen, liegen. Ich persönlich nahm das niemandem übel, vielleicht weil ich die ‚andere Seite‘ kenne, vielleicht, weil ich relativ hart im nehmen bin, vielleicht, weil ich es nicht persönlich nehme.

Aber ich weiß auch, wie es ist, wenn die eigenen Eltern in der Klinik liegen und wie Abschaum behandelt werden. Ich weiß, dass man, wenn es um die Angehörigen geht, viel intoleranter ist und es einem sehr weh tut, wenn man beobachten muss, dass jemand sich z.B. seinen Kindern gegenüber lieblos, respektlos, grob oder ungeduldig verhält.

Und wenn ich ehrlich bin, bin ich manchmal froh um diese Erfahrungen, denn wenn ich eines nie wollte, war es abstumpfen.

Und weißt du was?

Es ist gar nicht so leicht. Denn das was für dich oder dein Kind in der Kinderarztpraxis ‚etwas Besonderes ist‘ ist für den Kinderarzt und sein Team absolute Routine.

Du kennst den Spruch:

‚Dein Alltag ist ihre Kindheit‘? Er erinnert dich als Mutter daran, dass all das was dich nervt, stresst oder treibt im Alltag, nämlich jeden Tag, die Erinnerung ist, die dein Kind in seinem Herzen trägt, die Erinnerung an seine Kindheit.

Vielleicht dürfen wir den auch übertragen, auf die Arztpraxen, die durch ihren Alltag manchmal vergessen, feinfühlig auf deine Bedürfnisse oder die deines Kindes einzugehen. Auch wenn ich das hier schreibe, weil ich eben die ärztliche Seite kenne und stets darauf achte, mir vom Alltag nicht die Menschlichkeit austreiben zu lassen, weiss ich dennoch, dass auch Patienten manchmal verzeihen dürfen.

Dennoch möchte ich mich an dieser Stelle einsetzen, für mehr Menschlichkeit und Achtsamkeit im Umgang mit den unschuldigen Kinderseelen und dir von Mutter zu Mutter zur Seite stehen, wenn du nach einem Kinderarztbesuch Tränen in den Augen hast, weil du das Gefühl hast, dein Kind ist schlecht behandelt worden oder weil dein Kind in all seiner Scham und Panik nicht gesehen und nicht gewertschätzt wurde. Alltag hin oder her- wir müssen einen gemeinsamen Weg finden, denn ein liebevolles Miteinander ist nur möglich, wenn wir unsere Grenzen beachten, egal ob das Kind groß oder klein ist: jede persönliche Grenze ist gleich viel wert!

Ich bin in den letzten Jahren immer und immer wieder auf dieses Thema angesprochen worden:

„Mein Kind hat Angst vor dem Kinderarzt und seinem/ihrem Personal, weil sie unmöglich mit meinem Kind umgegangen sind“.

Viele Mütter fragen mich, wie man damit umgehen soll, wenn in der Kinderarztpraxis Dinge mit dem Kind gemacht werden, unter dem es leidet. Müssen wir einfach cooler sein, nach dem Motto „Augen zu und durch“?

Oder sollten gewisse Untersuchungen eigentlich anders stattfinden?

Ich habe dazu zwei Kernaussagen:

  1. Wenn du mit deinem Kind in die Kinderarztpraxis gehst, bist du nicht diejenige, die dafür sorgen sollte, dass dein Kind dort liebevoll und respektvoll behandelt wird. Das ist etwas, das für das Praxispersonal eigentlich selbstverständlich sein sollte und automatisch passieren sollte.
  2. Wir als Erwachsene, als Kinderärzte, oder du als Mami, haben nicht zu entscheiden, welche Erlebnisse für dein Kind traumatisierend sind. Allein das Kind entscheidet, was für ihn schlimm ist oder nicht.
 

Ich bin mir sicher, dass viele ärztliche bzw. kinderärztliche Eingriffe bei Kindern (zumindest teilweise) als traumatisch empfunden werden. Es ist unsere Verantwortung als Mediziner dafür zu sorgen, dass sich jedes Kind, das vor uns steht, egal ob groß oder klein, gesehen, verstanden und wertgeschätzt fühlt.

Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass Eingriffe, die potentiell traumatisch sein könnten, wie z.B. eine Blutabnahme, so bedürfnisorientiert wie möglich stattfinden.

Das oberste Bedürfnis in einer solchen Situation ist das Verlangen nach Selbstbestimmung, nach Abstand von Fremden und nach Sicherheit.

(Welcher Erwachsene hat schon gerne Nadeln in seinem Körper? Geschweige denn ein Kind, dass den Sinn und Zweck dahinter nicht versteht…)

Ich weiß natürlich nicht, was in anderen Kinderarztpraxen passiert, aber ich weiß, dass auch in der Erwachsenenmedizin sehr viele Grenzüberschreitungen passieren.

Ich denke, dass die Hauptursache in den Arbeitsbedingungen und dem daraus entstehenden Stress zu finden sind. Stress mindert das Feingefühl, das man doch eigentlich so dringend braucht, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet und möchte, dass sie sich wohlfühlen!

Manchmal ist es auch so, dass die Chemie zwischen den Eltern und dem Arzt nicht stimmt, sodass Dinge falsch interpretiert oder „mit dem falschen Ohr“ gehört werden.

Aber egal wie die Situation ist, egal mit welchem Ohr man hört, egal ob man Stress hat oder ungeduldig ist, dies darf nicht auf den unschuldigen und wehrlosen Schultern eines Kindes ausgetragen werden.

Erwachsene können kommunizieren, wenn ihnen etwas nicht passt, Kinder schreien, weinen, ziehen sich zurück oder unterdrücken ihre Gefühle, da muss man umso feinfühliger sein.

Eltern und Praxispersonal sollten als Team auftreten:

„Wir sind für dich da, wir müssen etwas machen was dir nicht gefällt und wir verstehen das, aber wir sorgen dafür, dass es für dich so angenehm wie möglich ist, denn wir sehen und respektieren dich und deine persönlichen Grenzen. Wir nehmen deine Not wahr und werden die Reaktion auf das, was gerade hier passiert, nicht werten.“.

Einen liebevollen und respektvollen Raum zu schaffen, wenn sich ein Kind eingeengt fühlt, ist schlichtweg Aufgabe des Personals!

Es ist leicht zu denken ‚mein Gott, das Kind übertreibt und diese Übermutter kann nicht loslassen‘. Es ist aber wichtiger und liebevoller zu denken: ‚das Kind und seine Mutter fühlen sich nicht wohl, wir müssen das gemeinsam lösen und wenn es keine Lösung gibt, dann können das Gespräch, Respekt und Wertschätzung schon die Lösung sein!‘

 

Wie geht man damit um, wenn das Kind nicht „mitmacht“?

Es ist nicht selbstverständlich, dass sich ein Kind einfach so von fremden Menschen anfassen, jede Untersuchung über sich ergehen lässt und einfach „mitspielt“. Für uns als Ärzte ist manches Verhalten natürlich angenehmer und einfacher, aber wir sollten nicht in die emotionale Bewertung oder Abwertung eines Kindes abrutschen.

Ich spüre immer wieder, dass ‚nicht-brave Kinder‘, die den Arzt womöglich nervös machen könnten, auch Momente sind, in denen Mütter nervös werden. Vielleicht, weil ihr eigenes inneres Kind in dem Moment angetriggert wird, weil ihnen als Kind das Gefühl gegeben wurde, dass sie nur dann liebenswert sind, wenn sie richtig mitmachen.

Ein Kind ist nicht weniger wert, wenn es nicht richtig mitmacht und eine Mutter muss sich niemals für das Verhalten ihres Kindes während einer Untersuchung schämen!

Was ist mit dem Festhalten von Kindern?

 

Viele Untersuchungen beim Kinderarzt können spielerisch durchgeführt werden. Manchmal ist es möglich, die Mutter des Kindes mit einzubeziehen, sodass der Arzt das Kind nicht mal anfassen muss. Gerade bei schüchternen oder ängstlichen Kindern sind ärztliche Geduld und Kreativität gefordert.

Es gibt aber auch Untersuchungen, bei denen eine spielerische Herangehensweise schwierig ist, zum Beispiel wenn bei einem Kleinkind Blut abgenommen wird. In dem Fall kann es sein, dass das Kind festgehalten werden muss, da es sich bei Bewegung verletzen könnte oder man mehrmals stechen muss. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, die Gefühle des Kindes in dem Moment ernst zu nehmen, denn das Kind entscheidet selbst, was es als schlimm empfindet!

In der Regel versucht man Untersuchungen „durchzuziehen“, weil es aus organisatorischen und logistischen Gründen einfach nicht möglich ist, bei allen Kindern,  die nicht mitmachen wollen, die Untersuchung zu verschieben. Hier sind Geduld, Flexibilität und eine kindgerechte Herangehensweise gefragt und der Arzt muss sich genau überlegen, mit welcher Untersuchung er beginnt, was er zuletzt macht und was man evtl. weglassen könnte. (Wobei man dazu sagen muss, dass man als Arzt immer mit einem Fuß im Gefängnis steht, wenn man nicht richtig untersucht und dokumentiert. Auch das Risiko eine Krankheit zu übersehen steuert unsere Arbeit, weshalb wir immer genau hinschauen müssen, zum Wohle des Kindes und zum eigenen Wohle!)

Sollte ich den Arzt wechseln, wenn mein Kind sich nicht wohl fühlt?

 

Anstatt den Kinderarzt zu wechseln, möchte ich dich darum bitten zuerst das Gespräch zu suchen. Da wir als Ärzte, genauso wie ihr als Eltern, immer nur das Wohl des Kindes im Auge haben (auch wenn man das zwischenmenschlich vielleicht nicht immer so empfindet), finde ich es wichtig, gemeinsam eine Lösung zu finden. Das geht nur, wenn man wohlwollend ins Gespräch geht, auf der Ebene der Verbundenheit miteinander kommuniziert und ohne Vorwurf seine Sorgen äußert.

Ich wiederhole mich, aber es ist wichtig:

Es war mir ein Anliegen darüber sprechen, dass es nicht deine Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass dein Kind lieb oder brav während der Untersuchung ist, dass niemand erwarten kann, dass sich das Kind wohlfühlt, gerne nackt ist, gerne macht was fremde Leute ihm sagen, dass es die ganze Zeit geduldig ist, auch wenn es vielleicht schon ewig in einem sehr lauten Wartezimmer gesessen hat.

Es ist die Hauptverantwortung vom Praxispersonal, dass sich das Kind gesehen, wertgeschätzt und respektiert fühlt.

Wenn etwas traumatisierendes passiert ist, weil man z.B. unbedingt Blut abnehmen musste, und das Kind um sich geschlagen hat und tatsächlich festgehalten werden musste, dann ist es ganz wichtig, dass man es ernst nimmt. Wir sind nicht diejenigen, die entscheiden dürfen ob ein Kind eine Situation als traumatisierend empfindet. Das Kind entscheidet durch seine eigene Interpretation, wann eine Grenze überschritten wird!

Wenn du dich für das Thema Trauma und den Umgang mit traumatischen Erlebnissen interessierst, dann mache ich dazu gerne noch einen Podcast! Mütter können, wenn ein Kind große Panik in der Praxis hatte, wesentlich dazu beitrag, dass die Energien der Panik nicht im Körper bestehen bleibt, sondern ‚losgelassen‘ werden kann!

Ich hoffe ich konnte dir und deinem Kind hier helfen!

Deine Désirée

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Liebe Mami!

Das bin ich.

Das Bild wurde (OTTO Katalog) an einem heißen Sommertag auf einem getrockneten Maisfeld geknippst. Die Fotografin war ganz verliebt in meine schwarzen Haare, die Grübchen und meine braune Hautfarbe.

Am Tag vorher wurde ich von meinen Klassenkameraden nach der Schule abgefangen und im Kreis herumgeschubst – alle sangen:

„Du reibst dich doch mit Scheisse ein“.

Ich hatte Angst, dass ich den Schulranzen, den man mir weggenommen hat, nicht wieder kriege, weil meine Eltern arm waren und lange dafür gespart hatten. Ich hatte Angst, dass ich stürzen und mich verletzen konnte.

Ich habe meiner Mutter nichts davon erzählt, weil das für mich normal war. Am gleichen Abend, kurz vor dem schlafengehen, ölte ich mich von Kopf bis Fuß ein, puderte mich zu, bis ich komplett weiß war und betete:

„Lieber Gott- wenn es dich wirklich gibt, bin ich morgen weiß.“

Ich war am nächsten morgen nicht weiß, nicht mal ein bisschen.

Ich blieb das schwarze Schaf der Klasse.

Vom lieben Gott hielt ich dann auch nicht mehr allzu viel (er hat mir auch nicht den Wunsch erfüllt, wie Bibi Blocksberg hexen zu können!)

 

Mein ehrliches Mitgefühl für alle Menschen, die sich ausgestoßen fühlen, weil sie anders sind.

 

Zu erkennen, dass alles verbunden ist ist eine tiefe Erfahrung auf der Herzensebene – nicht nur im Kopf. Die Herzensbildung ist genau die, die heutzutage auf der Strecke bleibt.

Sprich mit deinem Kind – denn Kinder sind nicht immer offen, für alles, auch wenn viele das gerne so darstellen. Kinder können wohl Unterschiede erkennen, vielen macht das auch Angst.

Egal wie gutherzig ein Kind ist, den Dynamiken, die entstehen, wenn ein Anführer-Kind zum Schaden anrichten aufruft, können viele Kinder nicht widerstehen. Manchen ist dabei bewusst, dass das was sie tun nicht in Ordnung ist, anderen wiederum nicht.

 

Wir können nicht kontrollieren was unsere Kinder denken, fühlen oder sagen.

Wir können aber in tiefer Verbundenheit mit ihnen leben, in ihre Welt eintauchen, an ihren Erlebnissen teilhaben und unter anderem so mitbekommen, wo eventuell noch mehr Herzensbildung notwendig sein könnte.

Würde es dich interessieren, wie ich heute damit umgehe?

Was genau?

 

Deine Désirée

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Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich arbeiten gehe?

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Liebe Mami!

In meiner neuen Podcast Episode habe ich die liebe Yavi Hameister vom Blog mama-moves.de zu Gast. Gemeinsam haben wir über das Thema Mutter sein und arbeiten gesprochen und uns die Frage gestellt, ob man eine weniger gute Mutter ist, wenn man arbeiten geht.

Yavi ist Lifestyle-, Mama- und Fitness-Bloggerin. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder UND ist gleichzeitig freie Journalistin, Buchautorin, Personal Trainerin und Ernährungsberaterin. Sie weiß also ganz genau, was es heißt, Kind und Karriere unter einen Hut kriegen zu müssen.

Über folgende Themen haben wir in unserem Interview gesprochen:

 

– Ist es für mein Kind besser/schlechter, wenn ich „nur“ Mutter bin?
– Aus welchen Gründen bleiben Mütter zuhause bzw. gehen Mütter wieder arbeiten?
– Leben Mütter, die zuhause bleiben ihre Erfüllung?
– Sind Mütter, die arbeiten gehen und „Karriere machen“ wollen “Ego gesteuert”?
– Wie bringe ich Kinder, Karriere und Partnerschaft unter einen Hut?
– Kann ich trotz Job als Mutter präsent sein?
– Warum alle Mütter gehört und verstanden werden müssen, egal welchen Weg sie gehen
– Warum es kein richtig und kein falsch gibt und dass es darum geht, was DICH und deine Familie glücklich macht
– Über Mom Shaming, Mom Guilt und Verurteilung
 

Du kannst den Podcast auf meinem YouTube  Kanal anhören.

Oder direkt hier:

 

Viel Spaß dabei!

Deine Désirée

 

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Kevin ist seit 2016 Blogger und berichtet auf seinem Blog „Papapi“ darüber, wie es ist, als schwules Paar Pflegekinder aufzunehmen. Über genau dieses Thema hat er zusammen mit seinem Ehemann René ein Buch geschrieben: „Papa, Papi, Kind: Warum Familie auch anders geht“.

Über folgende Themen haben wir in unserem Interview gesprochen:

 

– Kevins Reise zu der Erkenntnis, dass er Männer liebt
– Sein Coming Out/Outing und die Reaktion seiner Familie und Freunde
– Die Reaktionen im Internet und auf Instagram
– Den Umgang mit der Sichtbarkeit auf Social Media
– Innere Verbundenheit, Selbstliebe und Emotionalität
– Welche Werte Kevin an seine Kinder weitergeben möchte
– Sein neues Buch “Papa, Papi, Kind: Warum Familie auch anders geht”
 

Du kannst den Podcast auf meinem YouTube  Kanal anhören

Oder direkt hier:

 

Viel Spaß dabei!

Deine Désirée

 

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Wenn… dann…

Wenn… dann…

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Wenn ich schlanker bin, dann bin ich endlich zufrieden.

Wenn ich reicher bin, dann bin ich endlich glücklich.

Wenn wir in ein Eigenheim ziehen, dann kann ich endlich glücklich sein.

Wenn… dann…

Wieso kann es nicht auch mal beides sein?

WENN du dich dazu entscheidest, DANN glücklich zu sein- vielleicht kannst du dich auch dazu entscheiden, auch BIS DAHIN glücklich zu sein?

Ich weiß, manchmal ist es einfacher gesagt als getan, aber an erster Stelle steht auch immer eine Entscheidung.

Wenn du immer damit wartest, glücklich zu werden… dann lässt du so viele Chancen zu LEBEN an dir vorbei ziehen.

Wenn du ehrlich zu dir bist, wirst du feststellen, dass du das glücklichsein ganz schön oft hinausschiebst. Sobald das, worauf du gewartet hast, erreicht ist, beginnst du wieder auf dein nächstes Ziel zu warten.

Du verlierst dadurch so viel Lebensqualität!

Vielleicht magst du versuchen, das „kleine Glück“ im Alltag zu finden. Es ist die schöne Blume am Straßenrand, das Kompliment eines Fremden, das Zwitschern der Vögel, das Lachen deines Kindes, die Umarmung eines geliebten Menschen. Nimm sie wahr! Saug das Gefühl ein, das Gefühl der Verbundenheit, das entsteht, wenn du dich darauf einlässt. Genieß diese Momente und lass dir Zeit, lass sie Teil deines ganzen Körpers werden. Du kannst es spüren, wenn du darauf achtest, wie diese kleinen Glücks-Momente deinen ganzen Körper und deine Psyche verändern. Du kannst dein Gehirn darin trainieren, kleine Wunder bewusster wahrzunehmen.

Natürlich: Du kannst dich auf deine Ziele freuen und sie werden dich sicherlich (manchmal dauerhaft, manchmal kurzfristig) „glücklich“ machen. Das heißt aber nicht, dass du bis dahin warten musst. Denn die Magie des Glücks findest du auch in den scheinbar kleinen und alltäglichen Dingen.

Und wenn du das als Mama das schaffst, wirst du eine große Quelle für Ruhe und Kraft in dir finden.

In welchen Momenten schaffst du es, zumindest für einen kurzem Moment, dein Hamsterrad zu pausieren ?

Deine Désirée

 

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Liebe Mami!

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Dein erster Schritt zur Reduktion innerer Konflikte (mit Gedanken und Gefühlen) besteht darin, sich der Tatsache bewusst zu werden, dass du einen Konflikt erlebst!

In sehr intensiven Situationen ist es oft nicht so schwierig, diese inneren Konflikte wahrzunehmen. Meistens bist du dir aber nicht bewusst darüber, das du unter inneren Konflikten leidest und nimmst auch deine dazugehörigen körperlichen Empfindungen (z.B. Spannungen in deinem Körper) nicht mehr wahr. Du hast dich ganz einfach: daran gewöhnt. Ist es nicht faszinierend und erschreckend zugleich, dass du über 90% deines Tages, deines Daseins, im Endeffekt, unbewusst erlebst?

Es ist auch gar nicht so einfach, deine subtilen (und damit meisten) Formen innerer Konflikte oder Widerstände (gegen eigene Gefühle und Gedanken) wahrzunehmen. Irritation, Ungeduld oder Frustration können vorhanden sein, aber du wirst dich ihrer Präsenz kaum bewusst, weil sie für dich, wie gesagt, oft NORMAL sind.

Die Übung „Drei Minuten Atempause“ ist eine kurze Übung, die dir helfen kann, dir darüber bewusst zu werden, was du in diesem Moment eigentlich fühlst. Es könnte auch sein, dass du dir in diesem Moment erst der Fülle deiner lauten, sich zu Wort meldenden Gedanken, bewusst wirst!

 

Zur Erinnerung:

Das Ziel dieser Achtsamkeitsübung ist es NICHT, frei von Gedanken und Gefühlen zu sein!
Es geht hier um das Loslassen! Loslassen von Erwartungen an diesen Moment!

Die kommende Übung, wird dir das Prinzip der Achtsamkeit näher bringen, denn Dinge im Verstand zu begreifen oder im Herzen zu erleben, sind doch unterschiedliche Dinge!

(Klicke hier, um die Übung als PDF herunterzuladen)

Information zur Übung: Drei-Minuten-Atemraum

Anstatt die automatische Tendenz zu haben, negative Erfahrungen zu vermeiden und mit der Vergänglichkeit positiver Erfahrungen zu kämpfen, kann du durch diese Übung etwas ganz anderes lernen: Akzeptanz.

Die Übung zur Bewältigung des Atemraums ist eine Übung, die dir helfen kann,

  1. mit dem in Kontakt zu treten, was du fühlst

und

2. die Fähigkeit, den Moment zu akzeptieren, so wie er ist, zu kultivieren (und damit auch im Alltag leichter zur Akzeptanz  zu finden)

Aber was ist Akzeptanz?

Es gibt viele Missverständnisse in Bezug auf die Rolle der Akzeptanz bei der Achtsamkeit. Wenn Menschen das Wort „Akzeptanz“ hören, führt dies für die meisten Menschen zu der folgenden Assoziation: Ja zu allem sagen und einfach „Menschen über dich laufen lassen“.

Akzeptanz in der Achtsamkeit hat jedoch eine ganz andere Bedeutung.

Dies bedeutet, dass du akzeptierst, dass

a) eine Situation eintritt und

b) diese Situation bestimmte Gefühle hervorruft.

Dies bedeutet nicht, dass du der Situation tatsächlich zustimmst!

Nehmen wir an, jemand beschuldigt dich und es ist völlig ungerechtfertigt. Du musst diesem Vorwurf keineswegs zustimmen. Du kannst jedoch akzeptieren, dass diese Situation eingetreten ist und das Gefühl, dass diese Anschuldigung in dir hervorruft, zum Beispiel Wut, annehmen. Mit anderen Worten: Du akzeptierst das Gefühl der Wut (was kannst du sonst tun? Die Situation ist nunmal eingetroffen, daran ist nichts zu rütteln und auch die Wut hat sich schon breit gemacht!), aber du machst deutlich, dass du diese Anschuldigung für ungerecht hälst und  damit nicht einverstanden bist.

Warum ist die Haltung der Akzeptanz (hier: sich selbst akzeptieren) auch für dich als Mutter so wichtig?

Das Akzeptieren deiner Emotion schafft Raum zwischen

  • einem Ereignis
  • deiner Einschätzung des Ereignisses als negativ
  • der Emotion, die du durch die Bewertung des Ereignisses entwickelt hast und
  • deiner automatischen Reaktion.

Akzeptanz ist DEINE Chance als Mami, eine Pause einzuführen zwischen einem Trigger und deiner Autopiloten-Reaktion.

Indem du deine Emotion akzeptierst, übernimmst du die Verantwortung dafür, diese Emotion zu erfahren. Es ist nichts Falsches daran, eine Emotion zu erleben. Die Emotion ist NUR eine Reaktion auf die Situation oder auf einen Gedanken.

DU BIST NICHT DAS GEFÜHL!

Indem du dir einen Moment Zeit nimmst, um das Ereignis, die Gedanken zum Ereignis und die Emotionen zu beobachten und all diese Dinge zu akzeptieren, kannst du den Höhepunkt des  Szenarios vermeiden, denn den eigenen GEfühlen den Kampf anzusagen, heizt sie nur weiter an! Du kannst eine Situation (Du wurdest beschuldigt) nicht verändern. Du kannst aber deinen Umgang mit der Situation verändern.

Die Gefühle deines Kindes zu akzeptieren, bedeutet, deinem Kind zu signalisieren, dass es gut so ist, wie es ist:

Es ist übrigens auch sehr wichtig, dass du deinem Kind (auch wenn Wutausbrüche und Trotzanfälle sowie Weinepisoden sehr viel Energie kosten können, vor allem, wenn du dich als Mutter gegen die Gefühle deines Kindes wehrst)  vermittelst, dass seine Gefühle in Ordnung sind. Es darf seine Gefühle leben. Es muss seine Gefühle leben. Wenn du es schaffst, dein Kind durch seine emotionalen Höhen und Tiefen zu begleiten, dann zeigst du ihm: Du bist gut so wie du bist- ich liebe dich, so wie du bist!

Ob du es immer schaffen musst, deine Gefühle zu akzeptieren?

NEIN! Natürlich wirst du, insbesondere wenn es um intensive Emotionen geht, feststellen dass es manchmal unmöglich ist, kontinuierlich in einem Zustand der Akzeptanz zu sein. Hier ist es eher ein Wechselspiel zwischen Akzeptanz und Widerstand. Das ist vollkommen in Ordnung. Versuche selbst zu sehen, ob du dir diesem Zusammenspiel bewusst werden kannst.

VORSCHLAG:
  • Mache die Übung „Drei Minuten Atempause“ ungefähr 1-3x täglich.
  • Versuche, diese Woche bewusster darauf zu achten, wie du mit belastenden und auch angenehmen Situationen umgehst.
  • Bemerkst du einen inneren Widerstand, gegen unangenehme Gefühle? Vielleicht sogar einen Widerstand, gegen den Verlust angenehmer Gefühle? Wie gehst du mit diesem Widerstand um? Wo fühlst du ihn und wie fühlt er sich an, der Widerstand?

Ich wünsche dir ganz viel Spaß,

bei diesem Selbst-Erleben!

Deine Dr. Mami

(Klicke hier, um die Übung als PDF herunterzuladen)

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