Das kleine aber fiese Zungenband

Das kleine aber fiese Zungenband

Das kleine aber fiese Zungenband

Liebe Mami!

Bis vor zwei Jahren war mir nicht bewusst, dass das zu kurze Zungenband ein ganzheitliches Problem darstellt, dass es eine große Qual nicht nur für Babies und ihre Eltern, sondern für Menschen JEDEN Alters bedeuteten kann!
Und damit bin ich nicht alleine, im Gegenteil: so geht es auch allen meiner befreundeten Kinderärzte/Innen und Allgemeinärzte/Innen. Vielleicht gab es eine Vorlesung dazu, die ich geschwänzt habe, vielleicht gab es mal einen potentiellen Schulungspatienten in der Klinik, den ich verpasst habe – aber ich wage zu sagen, dass das nicht der Fall war!
Wäre ich nicht eine IBCLC-Stillberaterin und hätte ich nicht entsprechende Fortbildungen dazu ZUFÄLLIG im Netz gefunden, wüsste ich heute noch nichts darüber.
Was für eine SCHANDE, kann ich nur sagen. Gleichzeitig sehr heilsam für mich, es hat mich mal wieder daran erinnert, dass ich eigentlich nichts weiß!
 
Ich frage mich im Nachhinein, wie vielen Müttern mit Stillproblemen ich den falschen Rat gegeben habe.
 
Wie oft ich das „mein Kind hat Augenringe“ nicht ernst genommen habe.
 
Wie oft habe ich gesagt „solange es gut wächst und trinkt macht das nichts!“
 
…und wieviele der Kinder mit ADHS oder autistischen Zügen in Wirklichkeit ein zu kurzes Zungenband haben – ignoriert oder unentdeckt?
 
Ich frage mich bei Erwachsenen, die einen Herzinfarkt hatten oder 4 Medikamente gegen zu hohen Blutdruck nehmen: Wäre das zu verhindern gewesen, hätte man das Zungenband rechtzeitig durchtrennt?

Dass es Spezialisten gibt ist wichtig. Aber Spezialisierung heißt oft auch, dass es mehr in die Tiefe als in die Breite geht. Das heißt, der Aspekt der Verbundenheit, der ganzheitlichen Wahrnehmung geht verloren – natürlich – man kann einfach nicht alles wissen.

Und auch wenn das, was ich zu diesem Thema weiß, auch wieder nur ein Teil des Puzzles ist, ein anderer Blickwinkel, muss ich diesen Blogbeitrag verfassen, denn wenn du Bescheid weißt, kannst du dich, dein Kind oder jemand anderen, vor sehr viel Leid bewahren.
Denn let’s Face it: höchstwahrscheinlich wird dir sonst (im Jahre 2020) kaum jemand hier weiterhelfen können.

10 Dinge, die du über das zu kurze Zungenband wissen solltest!

  1. Das Zungenband (Frenulum linguae) liegt unter der Zunge und wird bei vielen sichtbar, wenn sie die Zungenspitze Richtung Gaumen heben. Es verbleibt nach der embryonalen Entwicklung als Überrest, es ist eine Faszie in der Mittellinie des Mundes, die normalerweise die Funktion der Zunge nicht einschränkt.
  2. Durch programmierten Zelltod sollte dieser eigentlich verschwinden. Er kann zu dick, zu dünn, zu kurz, zu weit vorne, mittig oder hinten an der Zunge befestigt sein. Manchmal kommt auch zusätzlich ein Lippen- oder Wangenbändchen vor.
  3. Ankyloglossie = einschränkende Zungenbeweglichkeit aufgrund eines zu kurzen Zungenbandes. Es ist vererbbar, wird z.B. vermutlich Ernährung und vielen weitern Faktoren bedingt. Sie ist häufig und bleibt meist unerkannt. In einigen anderen Ländern herrscht deutlich mehr Wissen zum Thema Zungenband. Allgemein werden die Zungenbänder, die bis zur Zungenspitze reichen deutlich häufiger erkannt als die, die sich unter der Schleimhaut verstecken
  4. Ein zu kurzes Zungenband führt zu vielen Still- und Folgeproblemen. Die Zunge ist nicht nur wichtig für Sprache, Nahrung und Atmung. Sie muss richtig liegen (zu kurzes Zungenband – Zunge liegt nicht am Gaumen, sondern am Mundboden —> Gaumen als Teil des Oberkiefers und angrenzende Zähne entwickeln sich falsch, Nasenatmung durch deformierten Gaumen (Gaumen ist Boden der Nasenhöhle) behindert.
  5. Folge: ständige MUNDATMUNG oder offener Mund – das ist NICHT NORMAL! Schnuller kann falsche Atmung auch bedingen, durch falsche Atmung wird Atemluft nicht gereinigt und angefeuchtet: mehr Infektionen der oberen Atemwege, fraglich mehr Allergien.
  6. Durch die nicht-normale-MUNDATMUNG wird das Stresssystem aktiviert: betroffene Kinder wachen nicht nur öfter auf, sie sind unruhiger und können später sogar höheren Blutdruck dadurch haben. Durch chronisch erhöhten Blutdruck (weil z.B. das Zungenband bis ins höhere Lebensalter unerkannt bleibt) kann das zum Herzinfarkt beitragen.
  7. Stillprobleme können sein: Wunde Brustwarzen trotz korrektem Anlegen, Milch fließt am Mundwinkel raus, Baby würgt oder wird bläulich wegen Atemnot, einschlafen vor dem satt sein (Erschöpfung), ständig hungrig und unleidlich (weil nie richtig satt), ständiges an- und abdocken!
  8. Weitere mögliche Probleme bei Babies: Reflux! Regulationsstörung! Exzessives Schreien, Schlafstörungen, Müdigkeit, Reizbarkeit, würgen, grünlicher Stuhl, kleines Kinn (Richtung Hals gerichtet), Atemaussetzer , flacher Hinterkopf, unsymmetrische Körperhaltung (dadurch dass Schlucken und Saugen nicht „normal“ funktioniert, werden andere Muskeln zur Kompensationen aktiviert, diese sind wiederum Teil eines Netzwerkes, sodass alles was damit zusammenhängt ungünstig beeinflusst wird!
  9. Probleme bei größeren Kindern: Hyperaktivität, Sprachstörungen mit sozialer Isolation, niedriges Selbstwert, Kreuzbiss, Erschöpfung, Schlafstörung, Zahn- und Kiefer-Fehlstellung.
  10. Leider wird das Zungenband nicht nur oft übersehen, sondern auch noch häufig falsch therapiert. Achtet darauf, dass ihr bei echten Zungenband-Experten seid. Übrigens: Therapieempfehlungen sind ebenfalls nicht einheitlich. Aber: Vor- und Nachsorge sind sehr wichtig, z.B. Die falsch genutzte Muskulatur, die nicht genutzte Muskulatur, Fehlhaltung usw. sollten ebenfalls nach Lösung des Zungenbandes trainiert werden (je länger die Diagnose gedauert hat, desto wichtiger.)

Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

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Mein Problem mit dem Thema Impfen

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Liebe Mami!

Wow 😮 ich habe heute eine lange Nachricht mit Vorwürfen bekommen:
  • Wie herablassend meine Story über die mütterliche Intuition gewesen sei (tut mir leid, wenn er/sie das so empfunden hat)
  • Dass es so vieles gäbe, was ich über den weiblichen Zyklus nicht wüsste (wann habe ich das behauptet?)
  • Ich würde mich über Mütter stellen, weil ich Ärztin bin (Ich bin selbst dreifache Mutter und das hat wesentlich meine Blick auf alles was ich tue gefärbt)
  • Ich hätte offensichtlich mein Urvertrauen verloren (Bewertungen meiner Psyche – ohne mich zu kennen – sind ziemlich subjektiv und sagen daher mehr über das Projektionsvermögen des anderen aus als über mich. Vorsicht übrigens: wegen unserer menschlichen Neigung zu projizieren, nehmen wir auch die Kinder nicht so wahr wie sie sind und stülpen unsere Wahrnehmung über ihre Realität! Man muss spirituell schon sehr weit entwickelt sein, sehr verbunden mit sich selbst sein, um nicht mehr zu projizieren und man fällt auch leicht immer wieder in seine alten Muster!)
  • Ich hätte im Studium nichts relevantes gelernt und wisse alles mögliche über Impfungen nicht (warum schreiben mir Leute immer, was ich über das impfen denke, obwohl ich nie was dazu sage?)

Warum nimmt man sich die Zeit, um jemanden, den man nicht mag, überhaupt anzuschreiben? Oder Dinge zu lesen, von jemanden, dessen Meinung man nicht schätzt?​

 

Aber da nun mal wieder das Thema Impfung angesprochen wurde, möchte ich doch mal was dazu sagen:

 

Dieses Thema kommt immer mal wieder in meiner Inbox auf, obwohl ich darüber gar nicht auf meinem Profil rede – ich weiß gar nicht, warum manche Eltern versuchen mir irgendeine Meinung anzudichten, ich halte mich hier bewusst zurück zu dem Thema, weil bei vielen der Tunnelblick angetriggert wird und das finde ich ziemlich komisch, denn auf meinem Kanal geht es um Offenheit und Ganzheitlichkeit.

Ganz ehrlich:

Ich habe hier auf meinem Kanal schlichtweg kein Bedürfnis mit GEGNERN zu sprechen. Egal ob Impfgegner oder Nichtimpfgegner. Das sind Energien, die mir fremd sind und die mich stören, weil sie anti-verbindend sind.
 
Ich glaube auch, das ist meine persönliche Meinung, dass Menschen die tiefe Verbundenheit fühlen, keine Gegner sind.
 
Ich habe Freunde, die nicht impfen und dabei total entspannt, nicht aggressiv oder missionarisch unterwegs sind oder ständig diskutieren wollen, sobald sie mit Befürwortern sprechen!
 
Ich habe auch Freunde, die nicht impfen und ständig über Ärzte herziehen müssen, die allen, die nicht ihrer Meinung sind, klarmachen wollen, dass sie ahnungslose Opfer der Maschinerie sind.
 
Ich habe Freunde, die impfen und über alle lachen, die nicht impfen wollen und ich habe Freunde, die impfen und andere wertfrei entscheiden lassen können.
 
Ich mag die Gesellschaft von Menschen, die nicht impfen, aber andere impfen lassen. Ich mag die Gesellschaft von impfenden, die die nichtimpfenden in ihrer Entscheidung respektieren.
 
Man kann also seine Kinder impfen oder nicht impfen ohne dabei GEGEN die andere Richtung zu sein.
Mich inspirieren Menschen, die Dinge tun, weil sie FÜR etwas und nicht GEGEN ETWAS SIND.
FÜR etwas zu sein, entsteht aus einer Verbundenheit. GEGEN etwas zu sein, entspringt nicht der Verbundenheit.
Mich inspirieren Menschen, die zusammen sein können, auch wenn sie anderer Meinung sind.
Wenn man sich wünscht, dass Kinder später in allen Menschen die Menschlichkeit und nicht nur die Hülle sehen können (dazu gehört für mich nicht nur das Aussehen oder der Job, sondern auch zu einem gewissen Grad, die Überzeugungen und somit das EGO) – dann müssen wir das erstmal selbst schaffen. Wir dürfen tief in uns hineinfühlen, denn dann kommen wir an einen Ort, an dem wir erkennen, dass wir weder uns, noch unsere Kinder, noch andere Menschen wirklich kennen und öffnen uns für die Tatsache, dass das was wir meinen zu wissen, vielleicht auch total falsch ist – nur dann sind wir wirklich offen für die tiefen Einblicke in die Wahrheit.
Wir dürfen Vorbild sein.
Und dafür dürfen wir uns hinterfragen!
Lasse ich andere Meinungen gelten?
Bewerte ich andere Menschen für ihre Meinung?
Wenn ich schlecht über andere spreche, was sagt das über mich? Warum habe ich das Bedürfnis in diesem Moment?
Was lernt mein Kind, wenn ich über andere lästere?
Hast du für dich erkannt, wie sich deine Bewertung eines Menschen oder einer Situation verändert, wenn du gut oder schlecht drauf bist?
 
Désirée
P.S:
In diesem Post geht es mir erstmal nicht um die realen Konflikte, wie z.B. Herdenschutz. Mir geht es darum, mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen, denn man kann Menschen auf verschiedenen Ebenen begegnen. Selbst wenn ich fachlich denken würde, es ist eine Katastrophe, dass XY das macht oder nicht macht, kann ich die emotionale Ebene der Person meist verstehen, weil ich die Emotionen Angst und Sorge kenne. Sehr oft erreicht man mehr, wenn man einander zuerst emphatisch begegnet und versteht, bevor man versucht mit Argumenten zu überzeugen, die die Person, die vor einem steht, aus welchem Grund auch immer, gar nicht interessiert. Bevor man jemanden abholen kann, muss man erstmal wissen, wo man hinfahren muss!

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Traumatisierung in der Kinderarztpraxis

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Der Titel klingt zugegebenermaßen etwas provokativ.

Aber vielleicht muss das auch so sein!

Ich bin ehrlich:

Ich weiß nicht, ob ich, wäre ich keine Mami, auch so sensibilisiert wäre, was dieses Thema ‚wie geht die Praxis mit meinem Kind um‘ angeht. Erst als ich selbst Patientin wurde, kam ich in den Geschmack davon, wie es sich anfühlt, wie ein Stück Fleisch behandelt zu werden. Man sprach über mich, als wäre ich nicht da. Nach meinem Kaiserschnitt fror ich so stark, dass die ganze Liege wackelte und statt mich zuzudecken und aufzuwärmen, schob man mich halb nackt in einen OP-Flur und ließ mich dort, ohne ein Wort zu sagen, liegen. Ich persönlich nahm das niemandem übel, vielleicht weil ich die ‚andere Seite‘ kenne, vielleicht, weil ich relativ hart im nehmen bin, vielleicht, weil ich es nicht persönlich nehme.

Aber ich weiß auch, wie es ist, wenn die eigenen Eltern in der Klinik liegen und wie Abschaum behandelt werden. Ich weiß, dass man, wenn es um die Angehörigen geht, viel intoleranter ist und es einem sehr weh tut, wenn man beobachten muss, dass jemand sich z.B. seinen Kindern gegenüber lieblos, respektlos, grob oder ungeduldig verhält.

Und wenn ich ehrlich bin, bin ich manchmal froh um diese Erfahrungen, denn wenn ich eines nie wollte, war es abstumpfen.

Und weißt du was?

Es ist gar nicht so leicht. Denn das was für dich oder dein Kind in der Kinderarztpraxis ‚etwas Besonderes ist‘ ist für den Kinderarzt und sein Team absolute Routine.

Du kennst den Spruch:

‚Dein Alltag ist ihre Kindheit‘? Er erinnert dich als Mutter daran, dass all das was dich nervt, stresst oder treibt im Alltag, nämlich jeden Tag, die Erinnerung ist, die dein Kind in seinem Herzen trägt, die Erinnerung an seine Kindheit.

Vielleicht dürfen wir den auch übertragen, auf die Arztpraxen, die durch ihren Alltag manchmal vergessen, feinfühlig auf deine Bedürfnisse oder die deines Kindes einzugehen. Auch wenn ich das hier schreibe, weil ich eben die ärztliche Seite kenne und stets darauf achte, mir vom Alltag nicht die Menschlichkeit austreiben zu lassen, weiss ich dennoch, dass auch Patienten manchmal verzeihen dürfen.

Dennoch möchte ich mich an dieser Stelle einsetzen, für mehr Menschlichkeit und Achtsamkeit im Umgang mit den unschuldigen Kinderseelen und dir von Mutter zu Mutter zur Seite stehen, wenn du nach einem Kinderarztbesuch Tränen in den Augen hast, weil du das Gefühl hast, dein Kind ist schlecht behandelt worden oder weil dein Kind in all seiner Scham und Panik nicht gesehen und nicht gewertschätzt wurde. Alltag hin oder her- wir müssen einen gemeinsamen Weg finden, denn ein liebevolles Miteinander ist nur möglich, wenn wir unsere Grenzen beachten, egal ob das Kind groß oder klein ist: jede persönliche Grenze ist gleich viel wert!

Ich bin in den letzten Jahren immer und immer wieder auf dieses Thema angesprochen worden:

„Mein Kind hat Angst vor dem Kinderarzt und seinem/ihrem Personal, weil sie unmöglich mit meinem Kind umgegangen sind“.

Viele Mütter fragen mich, wie man damit umgehen soll, wenn in der Kinderarztpraxis Dinge mit dem Kind gemacht werden, unter dem es leidet. Müssen wir einfach cooler sein, nach dem Motto „Augen zu und durch“?

Oder sollten gewisse Untersuchungen eigentlich anders stattfinden?

Ich habe dazu zwei Kernaussagen:

  1. Wenn du mit deinem Kind in die Kinderarztpraxis gehst, bist du nicht diejenige, die dafür sorgen sollte, dass dein Kind dort liebevoll und respektvoll behandelt wird. Das ist etwas, das für das Praxispersonal eigentlich selbstverständlich sein sollte und automatisch passieren sollte.
  2. Wir als Erwachsene, als Kinderärzte, oder du als Mami, haben nicht zu entscheiden, welche Erlebnisse für dein Kind traumatisierend sind. Allein das Kind entscheidet, was für ihn schlimm ist oder nicht.
 

Ich bin mir sicher, dass viele ärztliche bzw. kinderärztliche Eingriffe bei Kindern (zumindest teilweise) als traumatisch empfunden werden. Es ist unsere Verantwortung als Mediziner dafür zu sorgen, dass sich jedes Kind, das vor uns steht, egal ob groß oder klein, gesehen, verstanden und wertgeschätzt fühlt.

Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass Eingriffe, die potentiell traumatisch sein könnten, wie z.B. eine Blutabnahme, so bedürfnisorientiert wie möglich stattfinden.

Das oberste Bedürfnis in einer solchen Situation ist das Verlangen nach Selbstbestimmung, nach Abstand von Fremden und nach Sicherheit.

(Welcher Erwachsene hat schon gerne Nadeln in seinem Körper? Geschweige denn ein Kind, dass den Sinn und Zweck dahinter nicht versteht…)

Ich weiß natürlich nicht, was in anderen Kinderarztpraxen passiert, aber ich weiß, dass auch in der Erwachsenenmedizin sehr viele Grenzüberschreitungen passieren.

Ich denke, dass die Hauptursache in den Arbeitsbedingungen und dem daraus entstehenden Stress zu finden sind. Stress mindert das Feingefühl, das man doch eigentlich so dringend braucht, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet und möchte, dass sie sich wohlfühlen!

Manchmal ist es auch so, dass die Chemie zwischen den Eltern und dem Arzt nicht stimmt, sodass Dinge falsch interpretiert oder „mit dem falschen Ohr“ gehört werden.

Aber egal wie die Situation ist, egal mit welchem Ohr man hört, egal ob man Stress hat oder ungeduldig ist, dies darf nicht auf den unschuldigen und wehrlosen Schultern eines Kindes ausgetragen werden.

Erwachsene können kommunizieren, wenn ihnen etwas nicht passt, Kinder schreien, weinen, ziehen sich zurück oder unterdrücken ihre Gefühle, da muss man umso feinfühliger sein.

Eltern und Praxispersonal sollten als Team auftreten:

„Wir sind für dich da, wir müssen etwas machen was dir nicht gefällt und wir verstehen das, aber wir sorgen dafür, dass es für dich so angenehm wie möglich ist, denn wir sehen und respektieren dich und deine persönlichen Grenzen. Wir nehmen deine Not wahr und werden die Reaktion auf das, was gerade hier passiert, nicht werten.“.

Einen liebevollen und respektvollen Raum zu schaffen, wenn sich ein Kind eingeengt fühlt, ist schlichtweg Aufgabe des Personals!

Es ist leicht zu denken ‚mein Gott, das Kind übertreibt und diese Übermutter kann nicht loslassen‘. Es ist aber wichtiger und liebevoller zu denken: ‚das Kind und seine Mutter fühlen sich nicht wohl, wir müssen das gemeinsam lösen und wenn es keine Lösung gibt, dann können das Gespräch, Respekt und Wertschätzung schon die Lösung sein!‘

 

Wie geht man damit um, wenn das Kind nicht „mitmacht“?

Es ist nicht selbstverständlich, dass sich ein Kind einfach so von fremden Menschen anfassen, jede Untersuchung über sich ergehen lässt und einfach „mitspielt“. Für uns als Ärzte ist manches Verhalten natürlich angenehmer und einfacher, aber wir sollten nicht in die emotionale Bewertung oder Abwertung eines Kindes abrutschen.

Ich spüre immer wieder, dass ‚nicht-brave Kinder‘, die den Arzt womöglich nervös machen könnten, auch Momente sind, in denen Mütter nervös werden. Vielleicht, weil ihr eigenes inneres Kind in dem Moment angetriggert wird, weil ihnen als Kind das Gefühl gegeben wurde, dass sie nur dann liebenswert sind, wenn sie richtig mitmachen.

Ein Kind ist nicht weniger wert, wenn es nicht richtig mitmacht und eine Mutter muss sich niemals für das Verhalten ihres Kindes während einer Untersuchung schämen!

Was ist mit dem Festhalten von Kindern?

 

Viele Untersuchungen beim Kinderarzt können spielerisch durchgeführt werden. Manchmal ist es möglich, die Mutter des Kindes mit einzubeziehen, sodass der Arzt das Kind nicht mal anfassen muss. Gerade bei schüchternen oder ängstlichen Kindern sind ärztliche Geduld und Kreativität gefordert.

Es gibt aber auch Untersuchungen, bei denen eine spielerische Herangehensweise schwierig ist, zum Beispiel wenn bei einem Kleinkind Blut abgenommen wird. In dem Fall kann es sein, dass das Kind festgehalten werden muss, da es sich bei Bewegung verletzen könnte oder man mehrmals stechen muss. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, die Gefühle des Kindes in dem Moment ernst zu nehmen, denn das Kind entscheidet selbst, was es als schlimm empfindet!

In der Regel versucht man Untersuchungen „durchzuziehen“, weil es aus organisatorischen und logistischen Gründen einfach nicht möglich ist, bei allen Kindern,  die nicht mitmachen wollen, die Untersuchung zu verschieben. Hier sind Geduld, Flexibilität und eine kindgerechte Herangehensweise gefragt und der Arzt muss sich genau überlegen, mit welcher Untersuchung er beginnt, was er zuletzt macht und was man evtl. weglassen könnte. (Wobei man dazu sagen muss, dass man als Arzt immer mit einem Fuß im Gefängnis steht, wenn man nicht richtig untersucht und dokumentiert. Auch das Risiko eine Krankheit zu übersehen steuert unsere Arbeit, weshalb wir immer genau hinschauen müssen, zum Wohle des Kindes und zum eigenen Wohle!)

Sollte ich den Arzt wechseln, wenn mein Kind sich nicht wohl fühlt?

 

Anstatt den Kinderarzt zu wechseln, möchte ich dich darum bitten zuerst das Gespräch zu suchen. Da wir als Ärzte, genauso wie ihr als Eltern, immer nur das Wohl des Kindes im Auge haben (auch wenn man das zwischenmenschlich vielleicht nicht immer so empfindet), finde ich es wichtig, gemeinsam eine Lösung zu finden. Das geht nur, wenn man wohlwollend ins Gespräch geht, auf der Ebene der Verbundenheit miteinander kommuniziert und ohne Vorwurf seine Sorgen äußert.

Ich wiederhole mich, aber es ist wichtig:

Es war mir ein Anliegen darüber sprechen, dass es nicht deine Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass dein Kind lieb oder brav während der Untersuchung ist, dass niemand erwarten kann, dass sich das Kind wohlfühlt, gerne nackt ist, gerne macht was fremde Leute ihm sagen, dass es die ganze Zeit geduldig ist, auch wenn es vielleicht schon ewig in einem sehr lauten Wartezimmer gesessen hat.

Es ist die Hauptverantwortung vom Praxispersonal, dass sich das Kind gesehen, wertgeschätzt und respektiert fühlt.

Wenn etwas traumatisierendes passiert ist, weil man z.B. unbedingt Blut abnehmen musste, und das Kind um sich geschlagen hat und tatsächlich festgehalten werden musste, dann ist es ganz wichtig, dass man es ernst nimmt. Wir sind nicht diejenigen, die entscheiden dürfen ob ein Kind eine Situation als traumatisierend empfindet. Das Kind entscheidet durch seine eigene Interpretation, wann eine Grenze überschritten wird!

Wenn du dich für das Thema Trauma und den Umgang mit traumatischen Erlebnissen interessierst, dann mache ich dazu gerne noch einen Podcast! Mütter können, wenn ein Kind große Panik in der Praxis hatte, wesentlich dazu beitrag, dass die Energien der Panik nicht im Körper bestehen bleibt, sondern ‚losgelassen‘ werden kann!

Ich hoffe ich konnte dir und deinem Kind hier helfen!

Deine Désirée

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Hallo liebe Mami!

Heute sprechen wir über den Aufschrei der sozialen Medien, dass das Tragen von Masken für Kinder lebensgefährlich sei. Ich gebe dir 10 wichtige Tatsachen an die Hand, die hoffentlich für etwas Entspannung von deiner Seite aus sorgen. UND, noch viel wichtiger, wir sprechen über die Einführung der Maskenpflicht für Babys, die in einigen Bundesländern tatsächlich eingeführt wurde.

Viel Spaß beim Lesen!

Sind Masken sinnvoll?

Wenn wir von ‚Maske‘ und ‚Mundschutz‘ sprechen, meinen wir in diesem Zusammenhang ‚Nasen-Mund-Schutz‘. Denn sinnvoll sind diese Masken nur dann, wenn sie richtig getragen (die Nase komplett abdecken und über das Kinn reichen) und sie richtig genutzt werden (Hygieneregeln beachten, nicht berühren etc.). Do-It-Yourself-Masken haben natürlich nicht den gleichen Effekt wie medizinische FFP3 Masken.  Aber ich möchte hier gar nicht so sehr auf die einzelnen Maskenarten eingehen, denn am Ende kommt es vor allem auf Eines an:

Experten empfehlen Masken aktuell, weil sie uns helfen, die Übertragungskette des Sars-CoV-2 zu unterbrechen/verlangsamen. Also, ja: Masken sind sinnvoll!

Wie ich bereits oben gesagt, habe: Scheinbar gesunde Menschen stecken andere Menschen an, ohne es zu wissen! Das liegt daran, dass das Virus schon 1-3 Tage vor Krankheitsbeginn, d.h. vor dem Auftreten der ersten Symptome, übertragen werden kann. Das ist einer der Gründe, warum sich Experten für das Tragen der Maske aussprechen.

(Exkurs: Es scheint momentan so (laut RKI) dass man bis zu 8 Tagen nach Symptombeginn mit einer Ansteckung rechnen muss. Es scheint (noch nicht genug Daten) als ob Menschen, die sehr schwerer erkrankt sind, auch länger als diese 8 Tage ansteckend sein können.)

 
Was hat es mit der im Internet kursierenden Nachricht auf sich, dass Atemschutzmasken bei Kindern durch Atemlähmungen (CO2-Rückatmung) tödlich sein können?

In Anbetracht dessen, dass seit kurzem in vielen Bundesländern eine öffentliche Maskenpflicht (Bayern: ab 7 Lebensjahren, d.h. nach dem 6.Geburtstag, ab 27.4.2020) eingeführt wurde, ist diese Nachricht natürlich für alle Eltern sehr besorgniserregend!


Hier 10 Informationen, die für mehr Klarheit zum Thema ‚Masken bei Kindern‘ sorgen sollten!

  1. Die bisherigen Vorsichtsmaßnahmen gelten -trotz Maskenpflicht- weiterhin! Unnötige Menschenkontakte, Hygienemaßnahmen, sowie das Einhalten von Mindestabstand- gelten trotz Maskenpflicht! Kinder, die sich nicht an diese Regeln halten (können) sollten nicht unnötig in die Öffentlichkeit gehen (insbesondere die, die unkontrolliert rumrennen). Babys werden i.d.R. von euch getragen und wenn ihr euch an die Regeln halten, sind eure Babys
  2. Die Maskenpflicht betrifft (Bayern) NICHT Kinder unter 6 Jahren! Ab 6 Jahren können sie sich gut an “Maskenregeln” halten und sich auch dazu äußern, ob die Maske sie beim Atmen stört, also keine Angst vor unbemerktem Kurze Memo an dieser Stelle: Kinder, die an einer Immunschwäche leiden, tragen ständig solche Masken!
  3. Die eingeführte Alltagsmaske dient dem Schutz ANDERER Menschen!
  4. Wenn kleine Kinder noch nicht in der Lage sind, sich an die “Maskenregeln” zu halten, kann das kontraproduktiv sein, denn um sich vor einer Infektion zu schützen (Erinnerung: Kinder scheinen einen natürlichen Schutz gegen COVID19 zu haben) sollen sie sich nicht im Gesicht anfassen, wenn die Maske aber Rutscht/stört, fassen sie sich umso häufiger ins Gesicht!
  5. Es wurde NICHT das Tragen medizinischer MASKEN empfohlen! Selbstgenähte Masken z.B. reichen völlig aus, diese sind deutlich luftdurchlässiger als die FFP2/3 Masken und ermöglichen einen guten Gasaustausch!
  6. Kinder sollen Masken nur benutzen, wenn sie in der Öffentlichkeit sind (nicht zum Beispiel zum Schlafen, d.h. die Zeit in der die Kinder die Masken tragen ist begrenzt, sie sind wach und stehen unter Beobachtung der Eltern!)
  7. Wenn das Kind sich ständig die Maske vom Gesicht reißt/anfasst/nicht richtig trägt (über Nasenrücken und Kinn) macht das Tragen sowieso keinen Sinn. Kinder unter 3 Jahre machen wohl eher nicht mit 🙂
  8. Kinder atmen mehr Luft ein, als sich unter der Maske sammeln kann. Durch den Atemzug atmet das Kind also auch frische Luft durch die durchlässige Stoffmaske hindurch.
  9. Beim Toben/Spielen sollten sie keine Masken tragen, da sie sich z.B. am Gummizug verletzen können. Toben und spielen: daheim oder ohne “Menschenkontakt” draußen.
  10. Relax! Die Masken sind eine sinnvolle, wenn auch lästige, Notwendigkeit, um die Übertragungskette des Virus zu blockieren.
 
Ich habe gehört, dass einige Bundesländer Babys in die Maskenpflicht mit einbeziehen und ich frage mich ehrlich gesagt, ob das nicht etwas zu weit geht:
  • Es gibt bisher keinen dokumentierten Fall darüber, dass ein Baby einen Erwachsenen mit SARS-CoV-2angsteckt hat.
  • Wenn Babys Angst unter der Maske bekommen, können sie sich nicht einmal dagegen wehren.
  • Babys hüpfen nicht alleine durch den Supermarkt, sie können gut nahe am Körper der Eltern getragen werden und damit den vorgesehenen Mindestabstand zu anderen Menschen einhalten.
  • Eine der goldenen Regeln zur Prävention des plötzlichen Kindstotes bei Babys ist, dass Kinder nicht auf dem Bauch liegen dürfen. Dass dies für das Baby gefährlich sein könnte, wird frischgebackenen Eltern bereits vor und noch lange nach der Geburt immer und immer wieder eingetrichtert. Dass hier eine erhöhte Angst von Seiten der Eltern in Bezug auf das Tragen einer Babymaske vorliegt, kann man sich natürlich vorstellen.
 

Exkurs:

Zum plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome = SIDS) will ich nur kurz sagen: Die EINE Ursache ist unbekannt! Die Wissenschaft geht momentan zwar davon aus, dass bei Babys,  die an SIDS verstorben sind, nicht EIN Auslöser (z.B. Bauchlage) dafür ursächlich ist, sondern das Zusammenwirken verschiedener ungünstiger Faktoren eine Rolle spielte (z.B. Bauchlage mit inneren Auffälligkeiten, wie z.B. Veränderungen im Stoffwechsel, anatomische Veränderungen der Blutgefäße des Gehirns oder andere feine Fehlbildungen z.B. des Herzens). Das möchte ich nur noch einmal im Hinblick auf SIDS betonen.

  • Babys sind in höchstem Maße darauf angewiesen, das Gesicht ihrer Bezugsperson zu lesen. Von Geburt an, haben sie die Kompetenzen, die sie brauchen, um das Gesicht ihrer Bindungsperson finden, sehen und in einem gewissen Maße auch interpretieren zu können. Ein Baby liest im Gesicht seiner Eltern, nicht nur die Laune und das Befinden seiner Eltern ab, es findet in ihrer Mimik auch seinen eigenen Wert (z.B. wenn Eltern beim Spiel mit ihrem Baby strahlende Augen haben, wird dem Kind gespiegelt: Du bin wundervoll)! Ein Baby, das sich erschrickt, wird zuerst Augenkontakt mit seinen Eltern aufnehmen, es braucht die Mimik der Eltern, um sich abzusichern, um zu wissen, dass alles in Ordnung ist. Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass es Babys unter massiven Stress versetzen kann, wenn Eltern keinen Gesichtsausdruck mehr zeigen (das Still-Face-Experiment). Aktuell forscht auch der renommierte Bindungsforscher Prof. Karl Heinz Brisch zu den Auswirkungen des elterlichen Handykonsums auf die Eltern-Kind-Bindung (wenn Eltern ständig ins Handy starren, fällt die Kommunikation von Gesicht- zu Gesicht zwischen Eltern und Kind weg).
Tipp:

Für diejenigen, deren Babys der Maskenpflicht unterworfen sind: ich würde mein Baby feinfühlig beobachten (hat es Stress, wenn ich eine Maske trage?) und die Zeit, in der ich meine Maske trage (während das Baby auf mich angewiesen ist) auf ein Minimum reduzieren.

Ich bin gespannt, wie es hier noch weiter geht, insbesondere nach Neueröffnung der Krippen. Werden Erzieher kleiner Kinder wirklich den ganzen Tag Masken tragen müssen?

So, nun zum Abschluss noch ein paar wichtige Fakten zum richtigen Umgang mit deiner selbstgenähten Maske:
  1. Wenn sie feucht ist, schützt sie nicht mehr, tausche sie aus: sofort waschen bei 60°. Falls du gerade keine Waschmaschine vor Ort hast, dann bewahre sie in einem luftdicht-verschließbaren Beutel auf, bis du sie waschen kannst!
  2. Backofen-Geheimtipp: Stoffmasken können auch bei 70° trocken (und coronafrei) gebacken werden!
  3. Vor dem Aufsetzten der Maske, sollte dein Kind die Hände waschen, um die Innenseite der Maske nicht mit verschiedensten Erregern zu benetzen.
  4. Nach dem Abnehmen der Maske sollte sich dein Kind das Händewaschen (Siehe Händehygiene, im Corona-Handbuch für Eltern), da ja die Außenseite der Maske mit Erregern kontaminiert sein kann.

Ich hoffe, dass du dir heute viel Neues und auch Beruhigendes mitnehmen konntest!

Im nächsten Beitrag sprechen wir darüber: Was macht die Corona-Krise mit der Kinderseele?

Ich freu mich, wenn du dann wieder dabei bist!


Deine Dr. Mami

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Von der Angst bei Kindern und Eltern

Von der Angst bei Kindern und Eltern

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Hallo liebe Mami!

(Oder auch Papi, falls sich einer herverirrt hat 😊)

Angst und Unsicherheit, sowie Stress, plagt momentan viele Haushalte. Wir haben gestern schon darüber gesprochen, warum die Angst anderer Menschen aktuell manchmal etwas bedrohlich auf unsere Kinder wirken kann. Heute möchte ich mit Dr. Daniela Galashan, meinem ersten Gast in meinem Podcast (sentimentaler Moment) darüber sprechen,

1. Was macht Angst? Wozu dient sie?
2. Was passiert im Körper bei Angst?
3. Wie ist es mit der Angst bei Eltern?
4. Wirkung der elterlichen Angst aufs Kind
5. Angst beim Kind
6. Konkrete Lösungen

Wir hatten ein wundervolles Gespräch und es lief etwas anders als Geplant, in den vollen Genuß kommst du inhaltlich, wenn du diesen Beitrag liest UND den Podcast anhörst oder das Interview auf Youtube anschaust!

Viel Spaß!

 

Was macht Angst? Wozu dient sie?

Grundsätzlich ist Angst etwas für uns Positives, denn sie ist ein Helfer. Sie macht uns – wie ein Alarmsystem – darauf aufmerksam, dass irgendwas gefährlich für unsere Psyche oder unseren Körper werden könnte, dass unsere Unversehrtheit in Gefahr ist. Sie schützt uns davor, Risiken einzugehen und sichert uns so in vielen Situationen das Überleben. Sie rettet z.B. das Kleinkind, indem es sich durch die Trennungsangst in der Nähe der Mutter aufhält statt auf „Nimmerwiedersehen“ zu verschwinden. Sie sorgt dafür, dass wir nicht auf dem Rand von Hochhäusern balancieren und auch sonst vorsichtig sind in Situationen, in denen wir uns verletzen könnten.

Außerdem zeigt uns Angst an, was uns wichtig ist, denn dann haben wir Angst, es zu verlieren. Das kann wiederum verschiedene Ängste nach sich ziehen, z.B. wenn ein Kind aus Angst seine Freunde zu verlieren eine Redeangst oder Leistungsangst entwickelt, weil es sich sorgt wie es vor den Freunden dasteht beim Referat oder schlechten Noten.

 

Was passiert im Körper bei Angst?

Bei Angst bekommen wir einen Energieschub, unser Körper wird aktiviert, um bestmöglich reagieren zu können. Die Angst bereitet uns also auf das kommende Verhalten vor. Wir kennen das, wenn die Atmung schneller, aber flacher wird, das Herz schneller schlägt, wir die Muskeln anspannen, um sozusagen „sprungbereit“ zu sein. Früher war das notwendig, um schnell reagieren und flüchten zu können, wenn z.B. ein Säbelzahntiger angriff. Auch die Aufmerksamkeit wird gesteigert und sowohl die Wahrnehmung als auch das Denken werden „enger“. Wir konzentrieren uns dann nämlich mit allen Sinneskanälen auf die Bedrohung. Durch diesen „Tunnelblick“, der auch unsere Gedanken dominiert, hängen wir komplett an der Bedrohung fest und haben daher neurowissenschaftlich gesehen keine Ressourcen übrig für kreative Lösungsansätze. Während es früher klare Angst-Auslöser gab, die unser Leben direkt bedrohten (z.B. Säbelzahntiger, Unwetter, Angreifer…), gibt es für die meisten heutigen Ängste keine konkrete Bedrohung, vor der man fliehen kann. Wenn wir z.B. Angst vor Corona haben, dann reagiert unser Körper in Vorbereitung auf einen Feind, vor dem er flüchten will, aber die Angst ist nur in unseren Gedanken. Was uns helfen kann der körperlichen Angstreaktion entgegen zu wirken: körperliche Entspannung. Am Einfachsten ist es, tief durchzuatmen. Es gibt viele Techniken, die man z.B. per Video lernen kann, man kann Fantasiereisen machen, autogenes Training, progressive Muskelrelaxation (PMR), Bodyscan oder meditieren…

 
 

Wie ist es mit der Angst bei Eltern?

Seit wir Eltern sind, fühlen wir intensiver. Ich denke, das kann jeder nachvollziehen, der Kinder hat. Wer hätte vor den Kindern gedacht, dass man so eine starke Angst um jemanden haben kann wie die Angst, die man spürt, wenn dem Kind etwas passiert ist oder es krank ist? Grundsätzlich bei allen Menschen ist eine unserer größten Ängste die Angst vor Unbekanntem. Denn früher war Unbekanntes für uns bedrohlich, während man in der bekannten Gemeinschaft gut geschützt war. Daher versuchen wir Unbekanntes zu vermeiden und kommen schlecht mit unsicheren Situationen klar. Leider haben wir aktuell genau das: eine unglaublich herausfordernde neue Situation, mit der wir umgehen müssen und dazu noch die Unsicherheit, wie lange sie andauern wird oder wie es überhaupt werden wird in den nächsten Monaten oder gar Jahren. Das kann für ein unterschwelliges Angstgefühl sorgen oder gar zu richtigen Angstattacken führen, z.B. gerade wenn man sich um jemanden sorgt, der einer Risikogruppe angehört.

 

Wirkung der elterlichen Angst aufs Kind

Grundsätzlich lernen unsere Kinder viel mehr durch unser Vorbild –man nennt das „Lernen am Modell“ – als durch das, was wir ihnen sagen. Sie bekommen durch ihre feinen Antennen mit wenn wir Angst haben und sehen auch, wie wir damit umgehen. Das heißt nicht, dass wir unsere Ängste vor ihnen verbergen sollten, aber uns sollte bewusst sein, dass sie sie mitbekommen, auch wenn wir mit ihnen nicht darüber sprechen. Unser Verhalten Ängsten gegenüber wirkt sich auf den Umgang unserer Kinder mit ihren Ängsten aus. Leider haben die meisten unserer Generation nicht gelernt mit ihren Gefühlen umzugehen, sie also zu verarbeiten statt sie zu verdrängen. Denn verdrängte Gefühle wirken sich negativ auf unseren Körper und unsere Psyche aus. Aber genau darin liegt eine große Chance, denn weil uns als Elterngeneration nun so viel mehr Wissen zur Verfügung steht können wir dieses Wissen und die Forschungsergebnisse nutzen und lernen, wie wir unsere Gefühle verarbeiten können. So lernen wir es sozusagen mit den Kindern, entwickeln uns weiter und unterstützen damit unsere Kinder, damit sie von Anfang an lernen ihre Gefühle zu verarbeiten. Ein erster und wichtiger Schritt auf diesem Weg ist es, alle Gefühle zu akzeptieren. Denn alle Gefühle haben ihren Grund und ihren Zweck. Früher wurden einige Gefühle unterdrückt, nach dem Motto: „Du brauchst doch keine Angst zu haben!“. Diese Aussage ist aber nicht hilfreich für jemanden, der gerade wirklich Angst hat. Also diesen Satz bitte aus dem Wortschatz streichen. Denn wenn das Kind meint, dass es Angst hat und wir sagen ihm, dass es keine Angst haben soll oder muss, dann kann es entweder unserer Aussage misstrauen oder dem eigenen Gefühl. Und beides wäre nicht gut!

 

Angst beim Kind

Aktuell können Kinder viele Ängste haben, weil sie sehen wie unsicher und ängstlich wir in dieser Extremsituation sind. Sie können sich um Angehörige sorgen, um ihre Freunde oder gar Angst davor haben, dass ihre Freunde sie nicht mehr mögen (gerade kleinere Kinder könnten es so interpretieren, dass sie ihre Freunde nicht mehr sehen). Menschen mit Masken können bedrohlich wirken, weil man an ihrem Gesicht nicht ablesen kann, ob sie uns freundlich gesinnt sind oder nicht. Jugendliche könnten Angst haben, etwas zu verpassen oder nicht mitzubekommen, wenn die anderen sich heimlich in kleinen Gruppen verabreden. Schulkinder können Angst haben etwas zu

Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer befreundeten Psychologin, die in einer Beratungsstelle für Familien arbeitet. Sie sagte, dass sie es sehr häufig sieht, dass Eltern mit Kindergartenkindern (bis zum Grundschulalter) kommen und sagen, dass ihr Kind Angst hat. Meist nennen sie dann auch eine konkrete Angst, wie z.B. Trennungsangst, z.B. weil das Kind nicht allein ohne Eltern bei einem Geburtstag bleiben möchte. Ihre Beobachtung ist, dass es ganz häufig eine von den Eltern in das Verhalten der Kinder rein interpretierte Angst ist. Dass das Kind oft einfach nur die Versicherung der Eltern haben wollte, dass schon alles in Ordnung ist und dass es trotz des unangenehmen Gefühls (das wir ja oft vor Neuem und Unbekanntem haben) hin gehen kann. Woher soll so ein kleines Kind auch wissen, ob das was es fühlt nun Angst ist oder nicht? Wenn es sich unwohl fühlt und das mitteilt und seine Mutter Angst rein interpretiert und entsprechend reagiert, dann kann es auch passieren, dass sich dadurch erst eine Angst entwickelt. Wenn das Kind vor Monstern unterm Bett Angst hat und die Mutter ein riesiges Bohei darum macht dem Kind zu zeigen, dass da kein Monster ist, dann fragt das Kind sich vielleicht, ob da nicht doch was dahinter steckt, wenn die Erwachsenen dem so viel Aufmerksamkeit beimessen. Natürlich muss man da sensibel sein und es gibt natürlich auch in diesem Alter Kinder mit starken Ängsten. Aber ihrer Erfahrung nach ist es in vielen Fällen die Reaktion der Eltern, die die Angst eher befeuert oder abmildert.

Konkrete Lösungen wären also:

– ein Gefühl bei kleinen Kindern nicht zu schnell als Angst zu betiteln (auch wenn man immer lernt, dass es gut ist die kindlichen Gefühle zu benennen und das ist es auch tatsächlich, damit sie lernen welches Gefühl sich wie anfühlt)

– dem Kind kurz erklären, dass es sich vielleicht unwohl fühlt, weil etwas Neues auf es zu kommt oder weil es schlecht geträumt hat… Auch bei uns selbst ist es manchmal so, dass wir ein körperliches Unwohlsein in manchen Fällen als Angst interpretieren, obwohl es vielleicht nur Hunger, eine beginnende Erkrankung oder Stress ist. Hier kann Entspannung sehr gut helfen (vielleicht eine Fantasiereise, ein paar Streching-Übungen, tief durchatmen…). Und auch Angst ist „nur“ ein Gefühl, sie bringt uns nicht um und wenn man einfach abwartet, dann nimmt sie mit der Zeit ab, weil Gefühle immer nur kurzfristig ihre volle Wirkung in unserem Körper entfalten können (teilweise wird von 90 Sekunden gesprochen, die man abwarten muss, wenn man das Gefühl zulässt, aber in einigen Fällen dauert es schon etwas länger bis sich ein intensives Gefühl gelegt hat).

– den Fokus auf eine Lösungsmöglichkeit statt auf die Angst legen.

– dem Kind vertrauen, dass es das schon meistern kann und ihm das auch vermitteln, dass man es ihm zutraut. Frei nach dem Motto: „Mut ist nicht, wenn man keine Angst hat, sondern wenn man etwas trotz Angst macht“.

 
Mein Top-Tipp gegen Angst und überhaupt:

Dankbarkeit! Denn wir können nicht gleichzeitig dankbar sein und Angst haben. Dankbarkeit hat unzählige positive Effekte, z.B. sind dankbarere Menschen gesünder, zufriedener, weniger anfällig für Stress, schlafen besser, haben ein besseres Immunsystem und erholen sich sogar schneller von Krankheiten. Du kannst auch der Angst selbst danken, dass sie Dir etwas angezeigt hat und Dich dann von ihr verabschieden. Außerdem erhältst du, falls du in meinen Newsletter eingetragen bist, ein Dankbarkeitstagebuch. Wenn du dich noch nicht für meinen Newsletter angemeldet hast, dann kannst du das hier tun.

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Wie gefährlich ist dein Kind für die Gesellschaft?

Wie gefährlich ist dein Kind für die Gesellschaft?

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Hallo liebe Mami!

Wie gefährlich sind eigentlich die Kinder für unsere Gesellschaft? Sind ihre ständig laufenden Nasen und ihre inkonsequente Hygiene der Grund für die rasche Ausbreitung der Epidemie? Welche Rolle spielen sie WIRKLICH? Müssen wir sie vielleicht sogar schützen?

Was für ein heikles Thema!

Kinder haben es in der deutschen Kultur ohnehin nicht leicht. Nun wird es ihnen noch schwerer gemacht:

Viele Menschen sehen in Kindern aktuell eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Ich bekomme immer wieder mit, wie Kinder (je kleiner, desto mehr) von fremden Menschen angeschrien, verachtend beäugt oder verängstigt (mit großzügigem Abstand) gemieden werden.

Die Wissenschaft steht zwar erst am Anfang, was das Sars-CoV-2 und die dadurch möglicherweise ausgelöste Covid19- Krankheit angeht, aber dennoch ist jeder Tag ein Schritt Richtung Klarheit.

Darüber möchte ich mit dir kurz sprechen:
  1. Kinder spielen eine zentrale Rolle (als ‚Virenschleuder‘) bei der jährlichen Grippe-Welle. Dies gilt als gesichert.
  2. Ob Kinder die Corona-Krise verschlimmern, das ist aktuell (so auch die WHO) unklar.

Die Datenlage zeigt zwar eindeutig, dass Kinder viel seltener krank werden als Erwachsene, es ist aber weiterhin unklar, ob sie sich auch seltener anstecken. Es gibt Forscher, die der Meinung sind, dass Kinder unter 10 sich tatsächlich seltener mit dem Virus anstecken, andere sind da noch eher zurückhaltend. Bisher scheint es sogar eher danach, als würden sich Kinder bei Erwachsenen anstecken und nicht umgekehrt. Interessant ist auch, dass es bisher keine Meldungen gibt von kranken Kindern, die andere Kinder angesteckt haben.

Nichtsdestotrotz, hat die Corona-Epidemie in vielen Menschen Angst ausgelöst.

Und Angst ist – besonders heutzutage – oft irrational. Bis es eindeutige Studien gibt, die ganz klar darstellen, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Sars-CoV-2 gibt, werden viele Menschen lieber einen weiten Bogen um die Kinder, vielleicht auch deines, machen.

Wie schützen wir unsere Kinder vor Menschen, die ihnen gegenüber momentan aggressiv und unfreundlich sind?

Ich finde es wichtig, dass du dir darüber Gedanken machst. Niemand hat das Recht, gemein zu deinen Kindern zu sein. Ich möchte solche Handlungen auf keinen Fall schön sprechen. Aber: wie du mit solchen Momenten oder allgemein mit unsicheren Menschen umgehst, das prägt auch das Bild, dass dein Kind später von Menschen hat.

 
Ich würde dir gerne folgenden Vorschlag machen!
  • Akzeptiere, dass manche Menschen Angst davor haben, an Corona zu erkranken.
  • Sie haben existenzielle Ängste, auf sie wirkt Corona lebensbedrohlich, für einige ist es sogar lebensgefährlich.
  • Es steht niemanden zu, das zu bewerten.
  • Ich glaube, dass insbesondere kleine Kinder für diese verunsicherten Menschen beunruhigend sind, weil kleine Kinder unberechenbar sind. Sie laufen hin, wo sie hinlaufen wollen. Sie fassen an, was sie anfassen wollen. Die Nase läuft und sie halten sich nicht konsequent an die Hygieneregeln (das kann man auch schlichtweg nicht erwarten von kleinen Kindern).
  • Ich glaube es ist also durchaus nachvollziehbar, dass Menschen, die Angst davor haben krank zu werden, vor allem vor kleinen Kindern Angst haben. Denk dran: immer wieder kursiert in den Medien, dass Kinder, wie bei der Grippe, eine große Rolle in der Verbreitung des neuen Virus spielen (Stichwort ‚Virenschleuder‘).
  • Diese Menschen stehen unter starkem Stress. Ihr Gehirn tritt in einen Stressmodus ein, der Autopilot geht an. Du kennst das sicher auch, vielleicht nicht aus dieser Situation, aber aus anderen Situationen. Wenn der Autopilot angeht, bist du nicht mehr ganz Chefin deines Verhaltens, du reagierst automatisch und nicht rational.
  • Die Angst dieser Menschen erkennt man z.B. an ihrer plötzlichen Wut oder ihrem (für dich) unverhältnismäßigen, aggressiven Ton gegenüber deinem Kind.  Es herrscht auf vielen Ebenen ihres Lebens (wie vermutlich auch in deinem) Unsicherheit und vielleicht können wir denjenigen entgegenkommen anstatt uns noch weiter gegen sie aufzubäumen.
  • Ich kann gut verstehen, dass du Angst (da ist sie wieder!) hast, dass dein Kind in einer sowieso nicht besonders kinderfreundlichen Gesellschaft, jetzt noch mehr als sonst, der Diskriminierung ausgesetzt wird, dass du Sorge hast, dass seine kleine Kinderseele verletzt wird. Ich kann verstehen, dass dein Beschützerinstinkt anspringt und du dich sofort zum Gegenschlag bereit machst, denn da erwacht natürlich die Löwin in dir!
  • Aber dieses ‚emotionale Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ – das bringt in dieser Situation einfach niemandem etwas: Es stresst dein Kind, es füttert deine Angst/Wut UND es macht deinem Gegenüber noch mehr Angst. Deine Re-Aggression bestätigt nämlich ihr Vorurteil: Kinder sind gefährlich und dürfen machen, was sie wollen, ich muss mich selbst schützen, denn das Kind denkt nicht an mich und seine Eltern ebenso wenig.
Bist du bereit für ein Experiment?

Versuche doch, um die ohnehin schon schwierigen Zeiten nicht noch schwieriger zu machen, das Prinzip ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ hinter dir zu lassen:

Reagiere auf die Wut und Aggression der anderen nicht auch mit Wut und Aggression, sondern mit Liebe und Mitgefühl. Versuch lieber bei dir zu bleiben, beschütze dein Kind durch deine innere Verbundenheit und bleib in Verbundenheit zu deinem Kind. Lasse dich nicht von dem Verhalten anderer aus deiner Mitte bringen!

Es geht auf gar keinen Fall darum, das Fehlverhalten anderer zu rechtfertigen oder Gefühle zu unterdrücken. Es geht darum achtsam zu sein. Es geht lediglich darum, dass du durch Wut und Aggression hier keine produktive Lösung findest. Es geht darum, den Teufelskreis der Angst zu unterbrechen und einander zu helfen, trotz der schwierigen Situation, entspannt zu bleiben. Es geht darum, in Verbundenheit miteinander zu leben, obwohl Social Distancing verlangt wird.

Ich möchte dir gerne zeigen, wie wir als Familie solche Situationen (zum Schutze unserer Kinder und zur Entspannung derer, die vor ihnen aktuell Angst haben) handhaben, vielleicht ist ja was für dich dabei:

  • Wir nehmen unsere Kinder so selten wie möglich z.B. zum Einkaufen mit (das sollen wir ja aktuell sowieso nicht)
  • Wir achten darauf, dass die beiden großen, wenn wir unterwegs sind, immer ihren Mundschutz bei sich tragen, um ihn schnell aufzuziehen, wenn uns jemand begegnet, gleichzeitig gehen sie rechtzeitig auf Abstand
  • Wir sind achtsam, man sieht manchmal am Blick der Leute, dass sie nervös werden, da ist es unsere Aufgabe, unsere Kinder darauf aufmerksam zu machen oder bei uns zu halten (z.B. Baby in der Trage)
  • Wir sprechen mit unseren Kindern darüber, dass manche Menschen Angst haben, angsteckt zu werden. Unsere Kinder mögen das zwar nicht ganz verstehen, aber die Sprache der Angst ist auch für Vorschulkinder schon gut verständlich: Mein 6-jähriger Sohn, er weiß, dass er erstmal Schreie loslässt, wenn eine Spinne ihm zu nahekommt. Er weiß auch, dass die Spinne ihm nichts tun kann, die Angst hat er trotzdem und das ist auch in Ordnung (ich hab auch Angst vor Spinnen, das ist auch in Ordnung, das weiß er auch). Er weiß auch, dass er eigentlich nicht schreien und laut werden müsste, aber er tut es trotzdem. Er kann dieses Verständnis seiner Situation sehr gut auf ältere Menschen anwenden, die ihn anschreien, wenn er ihnen zu nahekommt. Das jemand unverschämt zu ihm war, das kam bisher nur zweimal vor, er hat sich trotzdem erschrocken, schön war es auch nicht und in Ordnung war es genauso wenig, aber dieses Bild von der Spinne hilft ihm sehr, es nicht persönlich zu nehmen. Wir versuchen Verbundenheit mit Menschen durch das Verständnis für sie und ihre Situation vorzuleben. Manchmal heisst das, nicken und lächeln. Andere male heisst es, freundlich Grenzen aufzeigen und gehen.
  • Es gibt ja auch Gott sei Dank sehr viele feinfühlige und liebe Menschen, die auch freundlich auf Abstand gehen.

Ich hoffe, dass du dir aus diesem Beitrag etwas für deinen eigenen, neuen und ungewöhnlichen Alltag mit deinem Kind mitnehmen kannst und ich hoffe, dass dein Kind vielen liebevollen Menschen begegnet. Denn auch wenn es immer wieder heißt, die Kinder seien der Motor der Epidemie, ist doch die Frage, wer eigentlich wem schadet. Denn sowohl die Politik als auch unsere Mitmenschen, haben bisher wenig Raum für die Bedürfnisse und Eigenheiten unserer Kinder geschaffen.

Deine Dr. Mami

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Ich bin Dr. Mami

Für dich und dein Kind, habe ich mich ausgebildet:

  • Ärztin, Familien- und Life-Coach
  • Gründerin von MAP-Family®
  • Europäisches Diplom für ganzheitliche Medizin
  • in Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin
    Ayurveda Psychologie
  • Lehrerin für achtsame Elternschaft mit Selbstmitgefühl
  • Expertin auf www.bindungsorientiert.com
  • diverse zusätzliche Qualifikationen

Ziel des Lebens ist Selbstentwicklung. Das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen, das ist unsere Bestimmung. Oscar Wilde

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